Warum Webseiten für die Erderwärmung mit verantwortlich sind!Was wir tun können, um Webseiten klimafreundlicher auszuliefern

Veröffentlicht am 17.11.2017 • Zuletzt aktualisiert am 27.11.2017 • Von

Inhaltsverzeichnis

Warum trägt der Großteil der Websites zur Umweltverschmutzung bei?

Die Verbindung zwischen Webseiten und Umweltschutz wird nicht oder nur sehr selten hergestellt. Man denkt sofort an Organisationen, wie BUND, Greenpeace, etc., die auf den Internetseiten Informationen zur Verfügung stellen.

Warum sind aber die meisten Webseiten Klimakiller?

Die meisten Webseiten haben eine durchschnittliche Ladezeit von 2 oder sogar mehr Sekunden. Also 2 Sekunden, die Ihr wartet, bis die ersten Daten bei Euch auf Eurem Smartphone, Fernseher oder Rechner angezeigt werden. 2 Sekunden, in der Ihr Strom verbraucht. Für Euch ist das vielleicht nervig und ja die 2 Sekunden kann jeder irgendwie verkraften, aber überlegt mal, wenn die Seite nur 5.000-mal aufgerufen wird, dann sind es schon 10.000 Sekunden, in denen insgesamt unnötig, mit Warten, Strom verbraucht wird.

Warum dauert es so lange, bis die Webseite bei Euch angezeigt wird?

Klar, die einfachste Erklärung ist: „Die Leitung ist schuld“. Das stimmt ganz oft nicht!

Während Ihr wartet, baut der Webserver die Seite zusammen. Ist der Vorgang nicht optimiert, was leider häufig so ist, dann braucht der Webserver sehr viel Rechenkapazität. Dadurch wird er auch sehr warm und muss gekühlt werden. Sicherlich ist ein Aufruf nicht für das Klima schädlich und auch der Webserver kann den einen Aufruf schnell und noch kühl abarbeiten. Wenn jetzt aber viele Zugriffe den Webserver erreichen, muss viel Energie für die Kühlung aufgewendet werden.
Hier wird sehr viel Energie benötigt, die sich zum großen Teil einsparen lässt!

Sind die Inhalte dann vom Webserver fertig zusammengebaut, werden sie an Euch ausgeliefert. Meist auch noch viel zu große Datenmengen, was dafür sorgt, dass jetzt tatsächlich Eure Übertragungsgeschwindigkeit darunter leidet. Oft wird auch noch eine veraltete Übertragung verwendet.

Was man hier machen kann, erklären wir in unserem Artikel „Klimaschutz & SEO? Jetzt mit SEO Treibhausgase reduzieren – mach mit!“.

Wer ist dafür verantwortlich?

Na klar, wenn die Leitung zu dünn ist, ist es die Telekom/Vodafone/Unity Media oder eben euer Provider. Wenn man auf dem Land wohnt mag das möglicherweise stimmen, aber würden die Webseitenbetreiber darauf achten, dass sie Euch nur die notwendigen Daten ausliefern und diese noch komprimiert, dann würde Euer Übertragungsvolumen oft ausreichen!

Was heißt „komprimierte Daten ausliefern“?

Alle Texte, die Ihr von einer Internetseite bekommt und die Befehle, die dem Browser sagen wo und wie die Texte angezeigt werden sollen, können automatisch komprimiert bzw „platzsparend verpackt“ werden. Ihr merkt davon nichts, weil Euer Browser die komprimierten Daten ausgeben kann. Die Texte sind im komprimierten Format um 95% kleiner, als wenn man sie unkomprimiert überträgt.

Bei den Bildern ist das Ganze noch viel drastischer. Ein Bild kann versteckte Informationen enthalten, die sog. Meta-Daten. Davon merkt Ihr nichts und es ist Euch auch egal. Denn das Bild wird auch ohne Metadaten angezeigt. Also kann man diese schon mal weglassen. Das ist jetzt oft nicht die Masse, kann aber schon einen Teil einsparen.
Ein weiterer Punkt ist, dass die Bilder viel größer übertragen werden, als die Größe, die Ihr auf dem Bildschirm seht. Mit Hilfe von bestimmten Befehlen wird dann dem Browser gesagt, dass er das Bild nicht so groß anzeigen soll, sondern viel kleiner. Viel intelligenter wäre es doch, wenn man nur die Bildgröße überträgt, die man auch auf dem Bildschirm sieht. Die Techniken dafür stehen den Webseitenbetreibern schon lange zur Verfügung.
Nun kann man mit intelligenten Tools, wie TinyJPG aber Bilder noch besser komprimieren, in dem für das Auge nichtsichtbare Bereiche im Bild entfernt werden. Weiter geht sogar Google Guetzli. Google Guetzli reduziert die Qualität des Bildes, soweit dass Ihr noch genauso gut erkennen könnt, was auf dem Bild abgebildet ist. Euch wird der Qualitätsunterschied vermutlich gar nicht auffallen, die Bilddateigröße ist aber um 70% geschrumpft.
Zusätzlich hat Google in seinem Google Chrome-Browser sowie in allen Android Browsern schon vor Jahren das Bildformat webp eingeführt. Dieses Format ist im Vergleich zum jpg-Format noch kleiner und liefert die Bilder aber in fast der gleichen Qualität aus. Anstatt also jpg-Bilder auszuliefern, kann man für alle Browser, die dieses Format kennen das kleine webp-Format ausliefern. Neben den Google-Browsern kann auch der Opera dieses platzsparende Bild-Format auslesen. Auch hier gibt es bereits seit Jahren die Technik, beide Bildformate anzubieten. Der Browser liest dann das Bildformat, das er kennt.

Weitere Hintergründe und Infos erfahrt Ihr in unserem Artikel „Klimaschutz & SEO? Jetzt mit SEO Treibhausgase reduzieren – mach mit!“.

Was lernen wir daraus? – Fazit:

Wenn die Webseitenbetreiber die Webseite optimieren würden, anstatt sich hinter fadenscheinigen Aussagen zu verstecken, könnten 90% der Energiekosten eingespart werden. Viele scheuen einfach den Aufwand und die Kosten.

Unsere heutige Infrastruktur würde auch geschont. Man bräuchte weniger Leitungen, vor allem weniger Mobilfunk-Sende-Masten und es würden deutlich weniger Webserver benötigt.

Warum ist Werbung ein Klimakiller?

Wart Ihr in letzter Zeit schon mal im Facebook oder auf Seiten wie chip.de? Es gibt Seiten, die mit Werbung zugemüllt werden. Klar Werbung ist wichtig und soll uns auch neue Produkte vorstellen. Die Unternehmen brauchen Werbung, damit sie bekannt werden und damit sie etwas verkaufen können. Werbung ist also nicht prinzipiell schlecht.

Aber: Wenn Werbevideos ungefragt starten, Werbebilder unkomprimiert übertragen werden oder Audio-Dateien auf einmal abgespielt werden, dann nervt das nicht nur, sondern verbraucht auch wahnsinnig viel Energie. Es werden massenweise Daten übertragen, die ich doch eigentlich gar nicht haben will. Mich interessiert doch nur ein ganz einfacher Artikel. Wenn man jetzt mit dem Argument kommt, „ja aber im Fernsehen wird doch auch Werbung gezeigt“ – stimmt. Und auch das belastet unser Klima. Aber wenigstens belastet Werbung, die wir über Satellit empfangen, nicht unsere Leitungen und wir müssen ständig neue Leitungen dazulegen.

Wir von brain at work sind der Meinung: Werbung ist wichtig und wird auch benötigt. Man kann sie aber auch dezent und sinnig einsetzen. Selbststartende Werbevideos oder selbststartende Audio-Ausgaben gehören sicherlich nicht dazu.

Warum sind selbststartende Videos klimaschädlich?

Vielleicht kennt Ihr die neue Methode von chip.de. Ihr wollt nur ganz kurz wissen, wie etwas geht oder was der beste Prozessor ist und kaum ist man auf der Seite, startet das Video, in dem Chip einem das erklärt. Damit das Video, natürlich in HD, bei Euch abgespielt wird, müssen die Video-Daten aber erst zu Euch übertragen werden. Videos sind natürlich toll, wenn man zu faul zum Lesen ist und wenn es sich um einen langen Artikel handelt. Ist dann aber wirklich ein Video notwendig? Und ist es wichtig, dass Ihr einen Typen seht, der Euch das gleiche erzählt, was auch auf der Seite steht?

Tatsächlich zeigen Auswertungen, wenn man Videos auf der Seite hat, wird die Seite öfter und länger angeschaut.

Wir von brain at work sind der Meinung: Videos sind Ok, wenn sie nicht automatisch starten. Wenn die Übertragung nur dann startet, wenn ich als Besucher das Video anklicke, dann bin ich mir dem Umstand auch bewusst und benötige die Daten. Ungefragt aber einfach die Daten zu übertragen ist nur eins: Klimaschädlich und nervig.

Wie könnt Ihr beitragen, dass Webseiten klimafreundlich werden?

Jeder von uns kann dazu beitragen, dass Webseiten und Webshops klimafreundlicher ausgeliefert werden. Auch wenn Ihr selber keine Webseiten betreibt, arbeitet Ihr sicherlich in einem Unternehmen, dass mindestens eine Webseite hat. Oder Ihr kennt Freunde und Bekannte, die eine Webseite oder einen Blog betreiben. Macht mit den Webseiten folgenden Test:

Öffnet die Seite „Google PageSpeed Insights“ (https://developers.google.com/speed/pagespeed/insights/) und gebt dort die Webadresse Eurer Seite ein. Drückt nun auf „ANALYSIEREN“ und schaut was für ein Wert dort herauskommt. Ist der Wert bei 100% ist die Webseite optimiert und wird schnell ausgeliefert – Perfekt! Erreicht die Webseite jedoch den Wert nicht, informiert den Webseitenbetreiber, in Eurer Firma ist meist das Marketing für die Webseite verantwortlich. Lasst Euch dabei bitte nicht abspeisen, sondern gebt auch weiter, wie schädlich dieses Verhalten für unser Klima ist.

Was können Webseitenbetreiber tun?

  1. Macht den „Google PageSpeed“-Test
  2. Haltet Eure Systeme up-to-date
  3. Sucht Euch eine geeignete Agentur, die Euch bei diesen Optimierungen hilft. Da bisher das Klima bei den Webseiten nicht beachtet wird, müsst Ihr nach dem Begriff SEO (Suchmaschinenoptimierung) suchen. Warum, erklären wir in diesem Artikel. Nehmt hierbei lieber Agenturen, die sich mit dem ganzen Online-Marketing auskennt, die liefern Euch oft mehr Ideen und Tipps, auch über intelligente Funktionen und Plugins für Euer System, als reine SEO-Agenturen. Achtet vor allem darauf, dass die Agenturen SEO-Maßnahmen nachhaltig durchführen. Sehr gerne könnt Ihr auch mit uns Kontakt aufnehmen.
Für alle, die technischer versiert sind und mit SEO bereits Kontakt gehabt haben, haben wir hier einen weiteren Artikel, mit weiteren Ideen, wie Ihr das Klima deutlich entlasten könnt!
Performance Marketing

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