Online-Branchenbuch, Online-FirmenverzeichnisWas gibt es bei der Auswahl des Online-Branchenbuch zu beachten?

Veröffentlicht am 11.09.2017 • Zuletzt aktualisiert am 27.11.2017 • Von

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Online-Branchenbuch, ein Online-Firmenverzeichnis?

Früher waren die bekanntesten Adress-Verzeichnisse das gute alte gedruckte Telefonbuch oder die gedruckten Gelben Seiten. In den Listen konnte man nach lokalen Adressen, Kontakten und Firmen suchen. Online gibt es deutlich mehr dieser Adress-Verzeichnisse, entweder für lokale Gebiete oder auch für den gesamten Deutschen oder europäischen Raum, sogar weltweite Suchen sind bei einigen Verzeichnissen möglich.

Bei Suchmaschinen sind jedoch nicht alle Online Branchenverzeichnisse gern gesehen. Viele Online-Branchenbücher und Online-Verzeichnisse werden als Linkschleuder missbraucht und verteilen massenhaft Links. Vor ein paar Jahren war dies noch ein beliebtes Mittel, eine Website bekannt zu machen. Umso mehr Links man verteilte, umso besser wurden Sie in den Suchmaschinen gefunden. Dies hat sich in den letzten Jahren gravierend geändert und der Effekt drehte sich sogar um 180°. Suchmaschinen werten heute Webseiten ab oder entfernen sogar Webseiten aus dem Index, die auf die falschen Online-Verzeichnisse setzen.

Wer nutzt ein Online-Branchenbuch oder diese Online-Firmenverzeichnisse?

Es gibt viele Online-Verzeichnisse, die noch regelmäßig genutzt werden, um Adressen, Kontakte und Unternehmen zu finden. So würde keiner das Telefonbuch, die Gelben Seiten und WLW (Wer liefert Was) als schlechtes Branchenverzeichnis einstufen. Gerade im lokalen Umfeld sind Firmenverzeichnisse durchaus ein wichtiges Suchmedium. Sie können dort also wertvolle Links auf Ihre Unternehmens-Webseite setzen und Ihre Brand stärken. Vergessen Sie den Eintrag in Google My Business nicht. Wer will nicht in einer Google Map oder auf der rechten Seite der Suchseite angezeigt werden, wenn man nach der Firma googelt?

Welches Branchenbuch und welches Branchenverzeichnis von Ihrer Zielgruppe genutzt wird, müssen Sie natürlich vor dem Eintrag herausfinden. Sie sollten unbedingt Backlinks auf Ihre Seite in diesen, für Sie wertvollen, Adress-Listen setzen.

Wie viel darf der Eintrag bei einem Online-Branchenbuch kosten? Was muss man vorbereiten?

Ein Branchenbuch wird von einem Verlag oder einem Unternehmen erstellt, gewartet und in der Regel gepflegt. Natürlich fallen dort Kosten an, die gedeckt werden müssen. Auch besteht natürlich ein gewisses Gewinn-Interesse. Es werden sehr oft verschiedenartige Einträge, zu unterschiedlichen Preisen, angeboten. So kann ein einfacher Eintrag ohne Link kostenfrei sein, wenn man jedoch einen Link auf die eigene Webseite setzen will, muss man oft schon bezahlen. Will man sogar eine eigene Firmen-Beschreibung hinterlegen, kann dies sehr teuer werden. Was Ihnen der Branchenbuch-Eintrag wert ist, müssen Sie selber entscheiden. Wir geben Ihnen nachfolgend einige Tipps, die Ihnen helfen sollen, dies herauszufinden.

Was ist das Ziel des Branchenbuch-Eintrags?

Das Ziel eines Eintrags in ein Branchenbuch ist in der Regel die Erzeugung von Kontakten (sog. Leads). Was auch immer Sie sonst noch tun, um Leads zu erzeugen, Sie sollten die Leads bewerten. Leads sollten in folgende Gruppen unterteilt werden:
  • Wie wertvoll ist der Lead?
    Wertvolle Leads haben ein großes Potential, dass es zu einer Conversion (einem Kauf oder einem Abschluss einer Dienstleistung) kommt. Es kann hier noch unterschieden werden, wie viel Geld der Lead als Kunde investieren würde.
  • Wie teuer ist der Lead?
    Jeder Kontakt erzeugt in der Regel Kosten, um diesen zu bekommen. Bekommt man den Lead über eine spezielle Landingpage, müssen die Landingpage-Aufbau-Kosten berücksichtigt werden, bekommt man den Lead über eine Werbeanzeige, müssen diese Kosten berücksichtigt werden, usw.. Um jetzt einzuschätzen ob sich ein Eintrag in einem Online-Verzeichnis lohnt, müssen also die Kosten des Eintrags durch die gewonnenen Leads geteilt werden. In der Regel kommen dann noch Telefonkosten oder Katalog- und Versandkosten dazu. Auch diese gehören zu einer gesamtheitlichen Lead-Kostenbetrachtung.

Was muss ich vorbereiten?

Damit Sie messen können, wie viel Leads erzeugt werden, benötigen Sie pro Adress-Eintrag in einem Firmenverzeichnis
  • eine eigene Seite innerhalb Ihrer Webseite, auf der Sie landen, wenn man auf den Link im Branchenbuch-Eintrag klickt (eine sog. „Landingpage“)
  • eine eigene E-Mail-Adresse (dies kann auch eine interne Verteilergruppe sein)
  • im Optimalfall eine eigene Telefonnummer.
Informieren Sie sich bei Ihrer IT, wie Sie die Anzahl der E-Mails an die E-Mail-Adresse sowie die Anzahl der Anrufe auf die generierte Telefonnummer messen können.

Was gebe ich beim Online-Branchenbuch für Informationen an?

Tragen Sie die geforderten Daten für Ihren Eintrag im Online-Verzeichnis ein. Verwenden Sie die oben genannte Landingpage als Ziel-URL für den Link auf Ihre Seite (= Backlink), sowie die extra erzeugte E-Mail-Adresse und die extra dafür angelegte Telefonnummer. Geben Sie bei Branchen, Ihre Branche so detailliert wie möglich an. Suchen Sie vorher u. U. in Google oder in Ihrem Google AdWords-Konto nach Branchenbezeichnungen.

Denken Sie bitte bei den restlichen Informationen daran, dass diese unter Umständen auch laufend angepasst werden müssen. Wird z. B. eine Mitarbeitergröße verlangt, könnte sich diese binnen eines Jahres schon sehr deutlich verändern.

Ist ein detaillierter Text sinnvoll?

Nein, in der Regel ist ein detaillierter Text überhaupt nicht sinnvoll, sondern sogar kontraproduktiv!

Einige Verzeichnisse geben Ihnen die Möglichkeit, komplette Seiten mit Firmenbeschreibungen anzulegen. Dies hat für das Verzeichnis einen positiven Effekt in der Suchmaschinenpositionierung, kann aber sehr schnell ein Problem für Ihre Suchmaschinenpositionierung werden. Denken Sie daran, dass das Verzeichnis, dann zu einem Konkurrenten für Ihre rankenden Keywords wird und Ihnen die obersten Plätze streitig macht. Ein gutes Branchenbuch ist natürlich meist populärer und wird öfter besucht, als Ihre Webseite und verdrängt Sie dadurch von den wichtigen oberen Plätzen.

Ihr Ziel ist es ja, potentielle Kunden auf Ihre Webseite zu bekommen, damit Ihre Webseite bekannter wird und nicht potentielle Kunden auf den Branchenbucheintrag zu bekommen. Dazu ist ein ausführlicher Text im Branchenbuch eben nicht notwendig. Platzieren Sie den Text lieber auf Ihrer Landingpage.

Beachten Sie, dass Online-Verzeichnisse, aus finanziellem Eigeneinteresse, hier schnell anders argumentieren. Lassen Sie sich nicht hinters Licht führen und wägen Sie die genannten Argumente immer sehr gut mit Ihren eigenen Zielen ab.

Fazit

Sie sehen selbst, dass sogar ein kostenloser Eintrag einiges an Vorbereitungen Bedarf. Kommen hier noch zusätzliche Kosten hinzu, wird es recht schnell sehr teuer. Werden über den Branchenbucheintrag viele wertvolle Leads erzeugt, kann sich der Eintrag aber trotz hoher Kosten lohnen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, testen Sie dies über einen vorher definierten Zeitraum. Kommen zu wenig wertvolle Leads zustande, beenden Sie das Vertragsverhältnis und verzichten in Zukunft auf diesen Branchenbuch-Eintrag.

Wann macht ein Eintrag in Online-Branchenverzeichnissen Sinn?

Einträge sind für den Bekanntheitsgrad Ihrer Firma und Ihrer Webseite wichtig. Es gibt genügend Verzeichnisse, bei denen Sie kostenfrei oder kostengünstig die Möglichkeit haben, Ihre Firma zu hinterlegen. Bei bekannten Verzeichnissen in Ihrer Branche, können Sie auch u. U. mehr für den Eintrag investieren. Bringt der Eintrag wertvolle Leads, hat er sich gelohnt.

Sie sollten jedoch nie einen kostenpflichtigen Eintrag nutzen, mit dem Ziel Ihr Ranking zu erhöhen. Dies kann ein Nebeneffekt sein, aber es darf nie der Hauptgrund für einen Eintrag sein!

Wie kann man erkennen, dass man von einem Online-Verzeichnis die Finger lassen sollte?

Es gibt auch eine Reihe kostengünstiger Online-Firmenverzeichnisse, die nur dazu erstellt wurden, Links zu verteilen. Suchmaschinen, wie Google, haben diesen Online-Verzeichnissen den Kampf angesagt. Wer hier seine Seite verlinkt hat, muss damit rechnen bestraft zu werden. Ihre dort hinterlegte Seite bekommt Abzüge in der Ranking-Position oder wird von Google komplett aus der Ergebnisliste geschmissen. Ist im Branchenbuch keine eigens erstellte Seite, sondern die Startseite hinterlegt, kann dies schnell zu einem Problem führen.

Um zu erkennen, ob Suchmaschinen die Online-Verzeichnisse gut oder schlecht bewerten, geben Sie einfach mal einen Firmennamen aus Ihrer Branche, der natürlich in dem gewünschten Branchenbuch steht, und nachfolgend das Wort „Branchenbuch“ ein. Prüfen Sie ob das Branchenbuch unter den ersten 20 Treffern erscheint. Wenn ja, können Sie dieses Branchenbuch verwenden, wenn nicht, sollten Sie vielleicht noch professionelle Tools wie z. B. SEMRush konsultieren.

Branchenverzeichnisse aus Ländern, in denen Sie nicht vertreten sind und in die Sie nicht liefern, sind nicht zu empfehlen. Lassen Sie diese lieber weg.

Öffnen Sie auch mal die Startseite des Branchenbuchs. Ist diese gut zu bedienen, klar strukturiert und gut gestaltet, ist dies schon ein gutes Zeichen. Sieht die Startseite schon „Altbacken“ aus oder ist die Startseite nicht benutzerfreundlich handelt es sich eher um eine Linkschleuder.

Beachten Sie auch bei guten Branchenbüchern bitte noch die nachfolgenden Empfehlungen!

Auf was sollte man bei einem Eintrag achten?

  • Bewerten Sie das Branchenbuch nach der Gefährlichkeit
  • Erstellen Sie eine Kosten-/Nutzen-Rechnung
  • Erstellen Sie eine eigene Landingpage für den Eintrag
  • Legen Sie eine eigene E-Mail-Adresse oder eine E-Mail-Adressverteiler-Gruppe für den Eintrag an
  • Erstellen Sie eine eigene Telefonnummer für den Eintrag
  • Verzichten Sie auf zu viel Beschreibung zu Ihrem Unternehmen
  • Markieren Sie die Adresse von Branchenbucheinträgen bei Google als „disavowed“ (auf Deutsch „verleugnet“)
  • Überwachen Sie laufend Backlinks mit einem professionellen Tool (wie z. B. LinkResearchTools)
  • Dokumentieren Sie lokal in Ihrem Unternehmen, in welche Adress-Verzeichnisse Sie sich eingetragen und in welche Sie sich nicht eingetragen haben und warum.
Branchenbücher enthalten viele Links, ohne selbst die Ware oder die Dienstleistung anzubieten. Generell ist hier die Gefahr groß, dass der Internetnutzer immer mehr die Suchmaschinen selbst nutzt und immer weniger diese speziell gebauten Firmen-Auflistungen. Somit steigt auch das Risiko, dass das Branchenbuch zur Linkschleuder wird. Bewertet einer der Google Algorithmen das Verzeichnis als Linkschleuder, werden die davon ausgehenden Links, sofern sie nicht von Ihnen bereits als „disavowed“ (auf Deutsch „verleugnet“) markiert wurden, als toxisch eingestuft und werten Ihre Webseite ab.

Damit toxische Backlinks für Sie nicht gefährlich werden, können Sie in den „Google Webmaster Tools“, wie auch bei den „Bing Webmaster ToolsLinks als „disavowed“ hinterlegen. Bei den „Google Webmaster Tools“ kann man auch mehrere Links bequem importieren, während man bei den „Bing Webmaster Tools“ die Links einzeln angeben muss.

Stellt sich nun die Frage, warum Links in Branchenbüchern überhaupt setzen, wenn ich diese doch mit „disavowe“ wieder aus der Link-Bewertung entferne?
Hier muss man wissen, dass Google auch den Traffic auf Ihre Seite misst. Ist der Traffic hoch, werden Sie besser gefunden als Seiten, bei denen weniger Traffic läuft. Aus der Sicht von Suchmaschinen sind Seiten, die viel besucht werden, für Suchende interessanter. Dies hat eine positive Auswirkung auf Ihre Suchmaschinenpositionierung. Somit wird zwar der Backlink des Branchenbuchs nicht als Backlink auf Ihre Seite bewertet, jedoch steigt u. U. der Traffic und dies hat eine positive Auswirkung auf das Ranking zur Folge.

Wussten Sie schon, dass nicht nur der Traffic der Suchanfragen von Google bewertet wird?
Google besitzt viele zentrale Knoten und kann somit den Traffic Ihrer Seite sehr gut bewerten, egal von woher der Besucher kommt.
Thomas Fiener, brain at work GmbH

Thomas FienerCDO / Analyst

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