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Werbe-Guide
Version 2.0 · Stand 23.09.2026
Grundlagen-Guide · B2C-Onlineshop · Stand September 2026

Werbung, die
nicht nur gefühlt wirkt

Was Werbung leisten kann, was psychologisch tatsächlich belegt ist, welche Kanäle sich für welches Budget rechnen — und welche Termine im Jahr wirklich Umsatz bringen. Mit sechs Rechnern, in die ihr eure eigenen Zahlen eintragen könnt.

17 Kanäle mit Kostenniveau 6 Rechner zum Selbstausfüllen Jahreskalender 2026 · 2027 Netto · Marktraum Deutschland Stand · 23.09.2026 · v2.0

Dieser Guide beantwortet keine einzige Frage über euren Shop. Er liefert das, was unabhängig vom Shop gilt: die Rechenlogik, die belegte Psychologie, die Kanäle mit ihren echten Preisen und den Jahreskalender. Alles Projektspezifische kommt in einem zweiten Schritt dazu — die zwölf Fragen dafür stehen in Sektion 08.

Wenn ihr wenig Zeit habt

Lest Sektion 01 und füllt die beiden Rechner dort aus — danach wisst ihr, was eine Bestellung euch wert ist. Dann springt in Sektion 05 (welcher Kanal zu eurem Budget passt) und Sektion 06 (welche Termine zu eurem Sortiment passen). Der Rest ist Nachschlagewerk. Jedes Fachwort ist in Sektion 09 erklärt — kurz, mit Beispiel.

00

Was dieser Guide ist — und was nicht

Ein Grundlagen-Guide. Keine Kampagnenplanung, keine Empfehlung für einen konkreten Shop.

Was drinstehtGrundlagen mit Rechnern, belegte Werbepsychologie, 17 Kanäle mit Preisen, Budgetklassen, Jahreskalender, rechtliche Leitplanken, Glossar.
Was nicht drinstehtEure Zielgruppe, euer Budget, euer Sortiment, eure Konkurrenz. Das kommt im Projektdokument dazu.
Für wenBetreiber eines B2C-Onlineshops im deutschen Markt. Ohne Marketing-Vorbildung lesbar — Fachwörter werden erklärt, wo sie vorkommen.
WofürAls Grundlage, aus der wir mit euch Ideen, Strategien und Konzepte entwickeln.

Abgrenzung zu den anderen Guides

Alle Beträge netto

Netto heißt: ohne Umsatzsteuer. Jeder Euro-Betrag in diesem Guide ist ein Nettobetrag — so, wie ihr ihn auch in eurer Buchhaltung seht. Die einzige Ausnahme ist die Außenwerbungs-Preisliste in Sektion 04; sie ist ausdrücklich als Bruttopreis gekennzeichnet, weil der Vermarkter sie so veröffentlicht.

Die vier Kennzeichen — und warum es sie gibt

Nicht jede Angabe hier hat denselben Rang. Manches ist nachprüfbar, manches ist eine gut begründete Einschätzung. Damit ihr das unterscheiden könnt, trägt jede Zahl genau ein Kennzeichen:

Fakt Nachprüfbar an einer Originalquelle. Eine Preisliste, ein Gesetzestext, ein Gerichtsurteil, eine amtliche Statistik — oder eine Rechnung, deren Formel im Guide offen daneben steht. Beispiel: „Dialogpost Standard bis 20 g kostet 0,38 € netto" — das steht so in der Preisliste der Deutschen Post.

Studie Ergebnis einer benannten Untersuchung. Wer sie gemacht hat, wann, und mit wie vielen Fällen, steht immer daneben. Wenn der Herausgeber ein wirtschaftliches Interesse am Ergebnis hat — was bei Verbands- und Anbieterstudien die Regel ist — sagen wir das ausdrücklich dazu. Beispiel: „24,1 % Öffnungsrate" stammt von einem E-Mail-Dienstleister, der nur seine eigenen Kunden gemessen hat.

KI-Meinung Eine Einschätzung ohne eigenen Beleg. Faustregel, Größenordnung, Empfehlung, Ableitung. Auch dann, wenn sie aus belegten Zahlen hergeleitet ist. Solche Stellen sind nicht falsch — sie sind nur nicht gemessen. Alle stehen gesammelt im Belegstatus-Kasten in Kapitel §.

Erhebung 2025 Das Jahr, in dem die Daten entstanden sind — nicht das Jahr der Veröffentlichung. Das ist ein Unterschied: Eine Studie von 2025 kann Zahlen von 2019 enthalten. Liegt die Erhebung mehr als vier Jahre zurück, ist der Chip rot: Erhebung 2019.

Unmarkierter Fließtext erklärt und ordnet ein, er behauptet nichts Nachprüfbares. Eine Zahl ohne Kennzeichen wäre ein Fehler.

Wie man eine Studienangabe liest

In Sektion 02 stehen Sätze wie dieser. Er sieht sperrig aus, sagt aber etwas Einfaches — hier einmal auseinandergenommen:

Die Angabe

Metaanalyse über 37 Studien und 335 Effektstärken, mittlerer Effekt d = 0,278, p = 0,1126 für den Moderator „Urgency".

✓ Übersetzt

„Jemand hat 37 Einzeluntersuchungen zusammengerechnet. Im Schnitt wirkt Knappheit — aber nur schwach. Und für die Variante mit Countdown und Restbestand war das Ergebnis so wackelig, dass man es genauso gut Zufall nennen kann."

Die vier Begriffe im Detail: Metaanalyse = viele Einzelstudien zusammengerechnet · Effektstärke d = wie groß der Effekt ist (0,2 klein, 0,5 mittel, 0,8 groß) · p-Wert = wie wahrscheinlich das Ergebnis reiner Zufall ist (unter 0,05 gilt als belastbar) · alle Begriffe ausführlich in Sektion 09.
Eine Zahl, die man kennen sollte

Die belegten Effekte in der Werbepsychologie liegen bei d = 0,1 bis 0,3. Das ist klein. Wenn euch jemand mit einer Studie im Rücken „+30 % Conversion" verspricht, hat er entweder die Studie nicht gelesen oder verkauft etwas. Was diese Zahlen praktisch bedeuten, steht gleich am Anfang von Sektion 02.

Die Vier-Jahres-Regel

Belegt zu sein reicht nicht. Eine Zahl kann sauber erhoben und trotzdem wertlos sein, weil sie eine Welt beschreibt, die es nicht mehr gibt — ein Beispiel: Wie stark ein durchgestrichener Preis wirkt, wurde in den Neunzigern gemessen. Seither gibt es Preisvergleichsportale und die 30-Tage-Regel. Die alte Zahl ist nicht falsch, sie passt nur nicht mehr auf die heutige Lage.

Deshalb wurde jede Zahl, deren Erhebung mehr als vier Jahre zurückliegt, einzeln geprüft. Das Ergebnis steht vollständig in der Altersprüftabelle in Kapitel §. Drei Ausgänge sind möglich:

Warum manches Alte trotzdem gilt

Wie Menschen wahrnehmen, sich erinnern und Preise verarbeiten, ändert sich nicht in zwanzig Jahren. Ein Wahrnehmungsexperiment von 2007 ist deshalb nicht überholt. Was sich sehr wohl ändert, sind Preise, Reichweiten, Mediennutzung und Rechtslage. Darum steht ein Experiment von 2007 unverändert in Sektion 02, während die Werbeartikel-Wirkungszahlen von 2019 in Sektion 04 ausdrücklich nicht als Beleg verwendet werden.

Preise sind die Ausnahme

Für Porto, Druck, Verteilung, Vermarkter- und Tool-Preise gilt die Vier-Jahres-Regel nicht, sondern eine schärfere: vor jeder Verwendung beim Anbieter gegenprüfen. Die Deutsche Post hat ihre Preise zum 01.01.2027 bereits veröffentlicht — sie stehen in Sektion 04 daneben.

01

Grundlagen: was Werbung kann und was nicht

Werbung kann Aufmerksamkeit kaufen. Nachfrage erfinden kann sie nicht.

Die drei Aufgaben

Jede Werbemaßnahme erfüllt genau eine dieser drei Aufgaben. Wer sie vermischt, kann hinterher nicht sagen, ob sie funktioniert hat.

Aufgabe 1Bekanntheit. Jemand erfährt, dass es euch gibt. Wirkung zeigt sich spät und nicht im Warenkorb.
Beispiel: Plakat, Vereinstrikot, Zeitungsanzeige.
Aufgabe 2Erinnerung. Jemand denkt im Kaufmoment an euch. Wirkung zeigt sich über Monate.
Beispiel: regelmäßiger Newsletter, wiederkehrendes Motiv, immer gleiche Farbe.
Aufgabe 3Aktivierung. Jemand kauft jetzt. Sofort messbar — und nur hier lässt sich sauber auf den Euro zurückrechnen.
Beispiel: Rabattaktion, Beilage mit Code, Suchanzeige.
✕ So nicht

„Wir schalten eine Zeitungsanzeige und schauen, was der Umsatz macht."

Die Anzeige erfüllt Aufgabe 1, der Umsatz misst Aufgabe 3. Steigt der Umsatz nicht, weiß man nicht, ob die Anzeige schlecht war oder ob sie einfach nur etwas anderes bewirkt hat.

✓ So besser

„Die Anzeige soll Bekanntheit schaffen. Wir zählen, wie oft in dieser Region nach unserem Firmennamen gesucht wird — sechs Wochen vorher und sechs Wochen nachher."

Aufgabe und Messung passen zusammen. Das Ergebnis ist interpretierbar, egal wie es ausfällt.

Die häufigste Ursache für „Werbung bringt nichts": Es wurde etwas anderes gemessen, als die Maßnahme leisten sollte.

Vor der Werbung kommt das Angebot

Rechner 1 · Was bleibt euch von einer Bestellung?

Das ist die wichtigste Zahl in diesem ganzen Guide. Sie heißt Deckungsbeitrag: der Betrag, der von einer Bestellung übrig bleibt, nachdem alle Kosten abgezogen sind, die wegen dieser einen Bestellung entstehen. Nicht der Umsatz, nicht der Gewinn — das, was für Werbung, Miete und Gewinn zur Verfügung steht.

Rechner 1 · Deckungsbeitrag je Bestellung

Tragt eure eigenen Zahlen ein. Die Vorbelegung ist nur ein Beispiel. Alle Beträge netto.

Roh-Deckungsbeitrag = Umsatz − Wareneinsatz − Versand − Zahlungsgebühr
Effektiver Deckungsbeitrag = Roh-DB × (1 − Retourenquote) − Retourenkosten × Retourenquote
Was der Kunde zahlt, ohne Umsatzsteuer.
Was euch die Ware selbst kostet (Einkauf).
Porto und Verpackung abzüglich dessen, was der Kunde zahlt.
PayPal, Kreditkarte, Rechnungskauf-Anbieter.
Anteil der Bestellungen, die zurückkommen. Mode ca. 40 %, DIY unter 10 %.
Rückporto, Prüfung, Wiedereinlagerung, Wertverlust.
Roh-Deckungsbeitrag—wenn nichts zurückkommt
Effektiver Deckungsbeitrag—
Marge vom Umsatz—Anteil, der euch bleibt

Der effektive Deckungsbeitrag ist die Zahl, mit der ihr weiterrechnet. Alle Beispielwerte sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose. Fakt — die Formel liegt offen, das Ergebnis ergibt sich aus euren Eingaben.

Rechner 2 · Was darf ein Neukunde kosten?

Diese Zahl heißt im Marketing Ziel-CPA. CPA steht für Cost per Acquisition — Kosten je gewonnenem Kunden. Der Ziel-CPA ist die Obergrenze: Kostet euch ein Neukunde mehr als das, verliert ihr an jeder Bestellung Geld.

Entscheidend ist dabei, ob ein Kunde einmal oder mehrfach kauft. Wer zweimal im Jahr bestellt, ist doppelt so viel wert — und darf entsprechend mehr kosten. Das ist der stärkste Hebel im ganzen Werbebudget, und er hat nichts mit Werbung zu tun.

Rechner 2 · Ziel-CPA je Neukunde

Den Deckungsbeitrag könnt ihr aus Rechner 1 übernehmen.

Kundenwert = Deckungsbeitrag × Bestellungen je Kunde
Ziel-CPA = Kundenwert × Anteil, den ihr in Werbung stecken wollt
Ergebnis aus Rechner 1.
Im Betrachtungszeitraum, z. B. zwei Jahre. Einmalkäufer = 1.
Wie viel vom Kundenwert ihr in Werbung stecken wollt. 30–50 % ist üblich. KI-Meinung
Kundenwert insgesamt—Deckungsbeitrag über alle Bestellungen
Ziel-CPA je Neukunde—
Nur die erste Bestellung—falls ihr nicht auf Wiederkauf setzt

Der Unterschied zwischen den beiden rechten Werten ist der Grund, warum manche Shops sich Paketbeilagen oder Creator-Kooperationen leisten können und andere nicht. Wer Wiederkauf hat, darf beim ersten Kauf draufzahlen.

Warum es zählt

Mit diesen beiden Zahlen — effektiver Deckungsbeitrag und Ziel-CPA — könnt ihr jeden Kanal in diesem Guide sofort bewerten. Beispiel: Bei 12,50 € Ziel-CPA und einer Paketbeilagen-Aktion für 2.000 € müsstet ihr 160 Bestellungen daraus holen, damit sie aufgeht. Bei 20.000 verteilten Flyern wären das 0,8 % Rücklauf. Ob das realistisch ist, sagt euch der Rechner in Sektion 04.

Reichweite × Frequenz — und warum beides nötig ist

Reichweite ist die Zahl der Menschen, die eure Werbung überhaupt sehen. Frequenz ist, wie oft jeder Einzelne davon sie sieht. Das Budget teilt sich zwangsläufig zwischen beidem auf: Bei festem Geld bedeutet mehr Reichweite weniger Frequenz und umgekehrt.

✕ Viele, einmal

2.000 € in eine große Anzeige. 100.000 Leser sehen sie genau einmal. Nach der Frequenzforschung liegt ein einzelner Kontakt weit unterhalb der Wirkschwelle — bei fast allen dieser 100.000 passiert nichts.

✓ Wenige, oft

2.000 € in acht Schaltungen im Lokalteil. 12.000 Leser sehen sie im Schnitt acht Mal. Deutlich weniger Menschen — aber diese wenigen erreichen den Bereich, in dem laut Forschung überhaupt Erinnerung entsteht.

Rechenbeispiel zur Veranschaulichung, keine Prognose. Die Leserzahlen sind frei gewählt. KI-Meinung

Markenaufbau gegen Abverkauf

Die bekannteste Faustregel des Fachs lautet: 60 % des Budgets in den langfristigen Markenaufbau, 40 % in den kurzfristigen Abverkauf. Sie stammt aus der Auswertung von 996 Kampagnen, die zwischen 1980 und 2010 bei einem britischen Werbepreis eingereicht wurden. Studie Erhebung 1980–2010

Was an dieser Zahl nicht stimmt

Die Grundlage ist keine Zufallsauswahl, sondern eine Sammlung von Kampagnen, die ihre Urheber selbst für preiswürdig hielten und deren Messung sie sich leisten konnten. Man sieht also nur die Gewinner — und überwiegend große, britische Kampagnen. Der Urheber Les Binet sagt selbst, 60/40 sei „not an iron rule".

Für einen kleinen Onlineshop mit vierstelligem Monatsbudget ist die Zahl keine Planungsgröße, sondern höchstens eine Erinnerung daran: Wer nur über Rabatte wirbt, muss den Rabatt immer wieder erhöhen, um denselben Effekt zu erzielen. KI-Meinung

Was ihr messen könnt — und was nicht

„Messbar" heißt: Ihr könnt einer einzelnen Bestellung ansehen, durch welche Werbung sie entstanden ist. Das geht bei Weitem nicht überall.

KanaltypWas sauber messbar istWas ihr nur schätzen könnt
Eigene digitale Kanäle
Newsletter, Shop
Klick, Bestellung, Umsatz je Versand, DeckungsbeitragÖffnungsrate (Erklärung in Sektion 04), Langzeitwirkung auf die Marke
Erfolgsabhängige Kanäle
Affiliate, Creator mit Code
jede Bestellung mit Zuordnungwie viele davon ohnehin gekauft hätten
Adressierte Werbung
Brief, Paketbeilage
Einlösungen persönlicher CodesReaktionen ohne Codenutzung
Unadressierte Werbung
Postwurf, Flyer
Gutscheincode, eigene Internetadresse, QR-Codealles andere — geschätzt bleiben 60–90 % der Wirkung unsichtbar KI-Meinung
Breitenmedien
Radio, Plakat, TV
nichts direktnur über einen Regionenvergleich: eine Region mit Werbung gegen eine vergleichbare ohne
Warum es zählt

Je schlechter ein Kanal messbar ist, desto größer muss das Budget sein, um überhaupt ein Ergebnis zu sehen — und desto größer ist das Risiko, dass ihr nie erfahrt, ob es funktioniert hat. Das ist der eigentliche Grund, warum kleine Shops bei den eigenen und den erfolgsabhängigen Kanälen anfangen sollten. KI-Meinung

Die fünf Fragen vor jeder Maßnahme

1 · AufgabeBekanntheit, Erinnerung oder Aktivierung? Genau eine.
2 · ZielgrößeWoran erkenne ich in sechs Wochen, ob es gewirkt hat?
3 · Ziel-CPAWas darf eine Bestellung kosten? Zahl aus Rechner 2, nicht Gefühl.
4 · MindestdosisReicht das Budget für genug Kontakte — oder für gar nichts?
5 · AbbruchkriteriumBei welchem Ergebnis höre ich auf? Vorher festlegen.
02

Grundpsychologie der Werbung

Was tatsächlich belegt ist, wie groß es wirklich ist — und was die Branche behauptet, ohne es belegen zu können.

Der wichtigste Satz dieses Kapitels

Die belegten psychologischen Effekte in der Werbung sind klein. Sie bewegen alle in derselben Größenordnung: ein paar Prozent, nicht ein Drittel. Daraus lassen sich keine Conversion-Sprünge von 20 oder 30 Prozent ableiten. Wer euch das verspricht, hat entweder die Studien nicht gelesen oder verkauft etwas.

Zwei Zahlen, die in jeder Studie vorkommen

Damit die folgenden Abschnitte lesbar sind, hier einmal die beiden Maßzahlen, die ständig auftauchen. Beide beantworten dieselbe Frage: Wie groß ist der Unterschied, den man gemessen hat?

Effektstärke „d" (auch „g")Vergleicht zwei Gruppen: Wie weit liegen sie auseinander? 0,2 = klein · 0,5 = mittel · 0,8 = groß. In der Werbeforschung landet fast alles zwischen 0,1 und 0,3.
Korrelation „r"Misst, wie stark zwei Dinge zusammenhängen. 0 = gar nicht · 1 = perfekt. Ein r von 0,09 heißt: Es gibt einen Zusammenhang, er erklärt aber weniger als ein Prozent der Unterschiede.
Zum AnfassenEin d von 0,2 entspricht ungefähr dem Größenunterschied zwischen 15- und 16-jährigen Mädchen. Real vorhanden — aber wenn zwei einzelne Personen vor euch stehen, sagt es fast nichts über die beiden aus.
WertEinordnungWas das in eurem Shop heißt
d = 0,10–0,20sehr kleinIm Rauschen. Mit normalen Besucherzahlen in einem eigenen Test nicht nachweisbar — ihr würdet es nie zu sehen bekommen.
d = 0,20–0,50kleinReal vorhanden, aber nur bei mehreren tausend Beobachtungen sichtbar.
d = 0,50–0,80mittelIn der Werbewirkungsforschung praktisch nie erreicht.
r = 0,09sehr schwacher ZusammenhangRund 0,8 % der Umsatzunterschiede erklärt. Die anderen 99 % haben andere Gründe — Sortiment, Preis, Lieferzeit, Wettbewerb.

KI-Meinung Die Spalte „Was das in eurem Shop heißt" ist unsere Übersetzung, keine Angabe der zitierten Studien. Die Einteilung der Effektstärken selbst folgt der üblichen Konvention.

Belegt: Vertrautheit entsteht durch Wiederholung

Wer etwas öfter sieht, findet es besser — ganz ohne Argument. Das ist einer der am besten abgesicherten Effekte der Psychologie überhaupt.

Was gemessen wurdeEine Zusammenfassung von 81 Untersuchungen, in denen Menschen Bilder, Zeichen oder Wörter unterschiedlich oft gezeigt wurden. Danach sollten sie bewerten, wie sehr sie ihnen gefallen. Studie
Was dabei herauskamDie Bewertung steigt mit der Zahl der Kontakte — aber nicht endlos. Ab einem gewissen Punkt kippt sie wieder. Bei gehörten Reizen trat der Effekt nicht auf, nur bei gesehenen.
Was das für euch heißtImmer dieselbe Farbe, dasselbe Logo, derselbe Bildstil, derselbe Tonfall. Ein Redesign alle achtzehn Monate wirft diesen Aufbau weg. Wo genau der Umkehrpunkt liegt, weiß niemand — wer eine Zahl nennt, hat sie erfunden.

Belegt: Bewertungen wirken — aber anders als gedacht

Kundenbewertungen hängen mit dem Absatz zusammen. Der Zusammenhang ist real, aber schwach — und die überraschende Erkenntnis betrifft nicht die Note, sondern die Menge.

Was gemessen wurde96 Untersuchungen über 40 Plattformen und 26 Produktgruppen, zusammengerechnet zu 1.532 Einzelergebnissen. Studie Erhebung vor 2016
Was dabei herauskamZusammenhang mit dem Absatz: r = 0,091 — schwach. Aber: Die Anzahl der Bewertungen wirkt stärker als die Durchschnittsnote. Und einzelne schlechte Bewertungen schaden weniger als eine stark schwankende Bewertungslage.
Was das für euch heißt40 Bewertungen mit 4,3 Sternen schlagen 6 Bewertungen mit 5,0. Systematisch nach jeder Bestellung um eine Bewertung bitten bringt mehr, als einzelne schlechte bekämpfen zu wollen.

Vorbehalt: Die zugrunde liegenden Daten sind alt. Seither haben sich Bewertungsinflation, geprüfte Käufe und die Sortierung durch Plattformen stark verändert. Eine neuere Auswertung existiert nicht.

Belegt: Vertrauenssiegel — mit einer harten Obergrenze

Gütesiegel sind das eine Vertrauenselement, zu dem es ein echtes Feldexperiment gibt — nicht nur eine Umfrage.

Was gemessen wurde288.169 echte Bestellvorgänge bei 493 Onlinehändlern. Ein Teil der Besucher bekam Siegel zu sehen, ein anderer nicht — zufällig zugeteilt. Das ist die belastbarste Form einer Untersuchung. Studie Erhebung vor 2015
Was dabei herauskamSiegel helfen vor allem kleinen, unbekannten Shops und Erstkäufern. Sie wirken stärker bei teureren Warenkörben und erst spät im Bestellvorgang. Und: Mehr als zwei Siegel gleichzeitig senken die Abschlusswahrscheinlichkeit.
Was das für euch heißtZwei gute Signale — etwa ein Gütesiegel und die Sterne-Bewertung — statt einer Siegelleiste im Footer. Wer schon eine bekannte Marke ist, gewinnt durch Siegel kaum noch etwas.

Deutschland-Vorbehalt: Die Untersuchung ist US-amerikanisch. Ob deutsche Siegel im deutschen Markt genauso wirken, ist damit nicht belegt. Zahlen, die Siegelanbieter selbst veröffentlichen, sind Werbung, kein Beleg.

Belegt: Knappheit — aber nicht die Variante, die alle einsetzen

Das ist der praktisch wichtigste Befund dieses Kapitels, weil er einer verbreiteten Shop-Taktik direkt widerspricht.

Was gemessen wurde37 Untersuchungen mit zusammen 335 Einzelergebnissen zu der Frage, ob knappe Verfügbarkeit die Kaufneigung erhöht. Studie Veröffentlicht 2023
Was dabei herauskamInsgesamt ein kleiner Effekt (d = 0,278). Aber die Forscher haben auch geprüft, welche Art von Knappheit wirkt — und genau die Zeit- und Stückzahl-Variante war statistisch nicht abgesichert.
Was das für euch heißtFür Countdown-Timer und „nur noch 3 auf Lager" gibt es keinen Wirksamkeitsnachweis. Was gewirkt hat: echte Nachfrage („diese Woche 40-mal bestellt"), begrenzte Auswahl und Saisonware.
✕ Ohne Beleg

„Nur noch 3 auf Lager"
Countdown: „Angebot endet in 02:14:38"

Diese Variante ist genau die, für die sich in der Auswertung kein gesicherter Effekt zeigte. Kommt dazu: Wenn der Countdown bei jedem Seitenaufruf neu startet oder der Restbestand erfunden ist, ist das wettbewerbsrechtlich angreifbar (Sektion 07).

✓ Mit Beleg

„Diese Woche 40-mal bestellt"
„Nur solange die Ernte reicht"
„Diese Farbe machen wir nur einmal"

Knappheit durch Nachfrage statt durch künstliche Begrenzung, Saisonbindung und echte Einmaligkeit — das sind die Varianten, für die sich in derselben Auswertung ein Effekt zeigte. Und sie sind wahr, also auch rechtlich unproblematisch.

Auch hier gilt: Der Gesamteffekt ist klein. Knappheit ist ein Feinschliff, kein Umsatzhebel.

Belegt: Preis-Psychologie

Vier Befunde, die sich direkt in Preisauszeichnung und Rabattgestaltung übersetzen lassen.

BefundWie starkWas ihr daraus macht
9,99 € statt 10,00 €
Studie 69 Untersuchungen, über 40.000 Personen
d = 0,13 auf die Kaufentscheidung
d = 0,28 auf den Eindruck „günstig"
Kleiner, aber realer Effekt. Und eine gute Nachricht: Der oft behauptete Nachteil „wirkt billig, also minderwertig" ist nicht messbar — die Wirkung auf die wahrgenommene Qualität lag exakt bei null.
Rabatt in Prozent statt in Euro
Studie Erhebung 1980–1999
deutlich stärker (β = 0,570 gegen 0,122) „−30 %" wirkt spürbar stärker als „−24 €" — bei exakt demselben Betrag. Bei günstigen Artikeln wirkt die Prozentangabe besser, bei teuren ist der Eurobetrag anschaulicher. KI-Meinung
Durchgestrichene UVP
Studie Erhebung 1980–1999
kein messbarer Vorteil Käufer begegnen der Herstellerempfehlung skeptisch — sie glauben sie einfach nicht. Rechtlich ist sie zusätzlich riskant (Sektion 07). Doppelter Grund, sie nicht zum Hauptargument zu machen.
„Sparen Sie bis zu 50 %"
Studie Erhebung 1980–1999
negativ (β = −0,243) Diese Formulierung senkt den wahrgenommenen Wert der Aktion. Die offene Spanne wird als Trick gelesen. Besser: den kleinsten garantierten Rabatt nennen.

„β" (sprich: Beta) ist ein Vergleichsmaß aus der Statistik: Je höher, desto stärker der Einfluss. Ein negatives β heißt, der Effekt geht in die Gegenrichtung. Mehr dazu in Sektion 09.

Belegt: „Kostenlos" ist keine normale Preisstufe

Was gemessen wurdeEin klassisches Experiment mit echtem Verkauf: Zwei Pralinen wurden für 1 Cent und 15 Cent angeboten, danach für 0 Cent und 14 Cent. Der Preisunterschied blieb also gleich. Studie Erhebung vor 2007
Was dabei herauskamDie Nachfrage nach der günstigen Praline sprang von rund 14 % auf rund 50 %. Der Sprung von 1 Cent auf 0 Cent wirkt also völlig anders als jede andere Preissenkung um einen Cent.
Was das für euch heißt„Versandkostenfrei" ist psychologisch etwas anderes als „nur 2,90 € Versand". Aber Achtung: Das Experiment lief mit Schokolade an US-Studierenden. Die Übertragung auf euren Shop ist eine plausible Analogie — kein Beleg. KI-Meinung
Der unbequeme Zusatz zu Versandkostenfrei

Was zu diesem Thema tatsächlich untersucht wurde, lautet: Freigrenzen wie „gratis ab 50 €" sind sehr wirksam für Zusatzumsatz — und die dabei entgangenen Versanderlöse waren im untersuchten Fall groß genug, um die Aktion für den Händler unprofitabel zu machen. Studie Erhebung vor 2006

Der Warenkorb steigt also, der Gewinn nicht zwingend. Seit Amazon Prime hat sich die Erwartungshaltung verschoben und die damalige Rechnung ist nicht übertragbar — die Warnung schon. Rechnet es mit Rechner 1 durch, bevor ihr eine Freigrenze setzt.

Belegt: Blickführung im Werbemittel

Was gemessen wurdeEine Blickaufzeichnung mit 137 Personen: Werbebanner mit Gesichtern, die entweder den Betrachter oder das Produkt ansehen — gegen Banner ohne Gesicht. Studie Erhebung vor 2017
Was dabei herauskamEin Gesicht allein bringt nichts. Blickt es zum Produkt, schauen deutlich mehr Betrachter ebenfalls hin — aber sie bleiben nicht länger dort. Und: Animation zog Blicke an und senkte gleichzeitig die Kaufabsicht.
Was das für euch heißtWenn ein Mensch im Bild ist, soll er das Produkt ansehen, nicht die Kamera. Bewegte Werbebanner lieber nicht. Aber: Labor, 137 Studierende — eine Gestaltungsregel, keine Zahlengrundlage.

Belegt: Vorleistung schlägt Versprechen

Was gemessen wurdeDie Frage, ob Menschen sich revanchieren, wurde am saubersten in der Umfrageforschung untersucht: Wirkt ein Anreiz besser, wenn er vorab beiliegt oder wenn er versprochen wird? Studie Erhebung bis ca. 2015
Was dabei herauskamDer vorab beigelegte Anreiz hatte die mit Abstand größte Wirkung je eingesetztem Euro. Für den versprochenen Anreiz errechnete das Modell einen Nulleffekt.
Was das für euch heißtEine echte kleine Beigabe im Paket wirkt anders als ein Gutschein, den man sich erst verdienen muss. Übertragung auf den Shop ist unsere Einschätzung — eine Untersuchung dazu im Handel existiert nicht. KI-Meinung

Verwandt, aber schwach: Erst eine kleine Bitte, dann die große („Fuß in der Tür") und erst eine übertriebene Bitte, dann die eigentliche („Tür ins Gesicht") funktionieren beide — mit r ≈ 0,10, und unter ungünstigen Bedingungen fällt der Effekt auf praktisch null. Studie Erhebung bis 1997

Nicht mehr haltbar: vier Dinge, die fast überall stehen

Diese vier Empfehlungen finden sich in nahezu jedem Marketing-Ratgeber. Nach dem aktuellen Forschungsstand sollte man sie nicht mehr geben.

Verbreitete EmpfehlungWas der aktuelle Stand sagtWas ihr stattdessen tut
„Verluste wiegen doppelt so schwer — also mit Verlustangst arbeiten"
z. B. „Verpassen Sie nicht…", „Sie verlieren 20 €"
Lange galt das als gesichert. Eine Neuauswertung von 2025 hat dieselben Daten noch einmal durchgerechnet und dabei zwei Konstruktionsfehler in den alten Versuchsaufbauten herausgerechnet. Danach war der Effekt verschwunden. Der Titel der Arbeit lautet wörtlich: „Loss Aversion is Not Robust". Studie Den Vorteil benennen, statt mit dem Verlust zu drohen. Kostet nichts und ist nicht angreifbar.
„Social Proof wirkt — also ‚über 10.000 zufriedene Kunden' schreiben" Für allgemeine Mengenbehauptungen bricht die Evidenz zusammen. In 89 kontrollierten Studien mit 85.759 Teilnehmenden zeigte sich zunächst ein kleiner Effekt — nach Korrektur um den Publikationsbias blieb praktisch nichts übrig. Studie
Publikationsbias = Studien mit Ergebnis werden veröffentlicht, Studien ohne Ergebnis verschwinden in der Schublade. Rechnet man das heraus, schrumpfen viele Effekte.
Konkrete, überprüfbare Belege statt runder Zahlen: echte Bewertungen, echte Kundenfotos, echte Anzahl.
Wichtig: Das ist kein Beleg gegen Shop-Bewertungen — für die gibt es eigene, positivere Daten (oben).
„Countdown und Restbestand erzeugen Kaufdruck" Genau diese Variante ist die einzige, für die sich in der aktuellsten Auswertung kein gesicherter Effekt zeigte. Studie Echte Fristen kommunizieren — Lieferdeadline vor Weihnachten, Ende einer Saison. Die wirken, weil sie stimmen.
„Je mehr Vertrauenssiegel, desto besser" Mehr als zwei Siegel gleichzeitig senken die Abschlusswahrscheinlichkeit. Studie Zwei Signale, gut platziert im Bestellvorgang. Nicht sieben im Footer.

Marketing-Folklore: sechs Zahlen, die ihr überall lest

Diese Zahlen stehen in Präsentationen, Blogartikeln und Agenturangeboten. Keine davon hat eine überprüfbare Quelle.

BehauptungWoher sie angeblich stammtWas wirklich dahintersteckt
„Sieben Kontakte sind nötig"mal einem Werbetexter von 1885 zugeschrieben, mal einer Hollywood-Regel der 1930erKeine der Zuschreibungen ist eine Untersuchung. Die beste verfügbare Evidenz widerspricht in beide Richtungen: höchste Wirkung erst bei rund zehn Kontakten, Erinnerung flacht nicht vor Kontakt acht ab.
„Aufmerksamkeitsspanne 8 Sekunden — Goldfische haben 9"einem Microsoft-Bericht von 2015Die Zahl steht in diesem Bericht nicht; Goldfische kommen darin überhaupt nicht vor. Eine BBC-Recherche hat bei den angegebenen Quellen nachgefragt — keine konnte einen Nachweis liefern.
„95-5-Regel: nur 5 % sind gerade im Markt"einem Forschungsinstitut, im Auftrag eines NetzwerksKeine Messung, sondern eine Überschlagsrechnung: Wer alle fünf Jahre den Anbieter wechselt, ist in einem Quartal zu etwa 5 % „im Markt". Der Urheber sagt selbst, es sei „not meant to be a precise rule". Zudem für Geschäftskunden gerechnet — bei Kosmetik, Mode oder Lebensmitteln ist sie schlicht falsch.
„3-Sekunden-Regel"der WerbewirkungsforschungDort gibt es sie nicht. Die Zahl stammt aus den Abrechnungsregeln von Werbeplattformen — ab wann ein Video als „gesehen" bezahlt wird. Das ist keine Aussage über Menschen.
„Wir sehen 5.000 Werbebotschaften am Tag"einer Erhebung von ca. 1984Eine überprüfbare Quelle existiert nicht. Die saubere Gegenrechnung trennt: rund 5.000 Markenkontakte inklusive Logos auf Verpackungen und Straßenschildern — aber nur 362 echte Werbekontakte, davon 12 mit bleibendem Eindruck. Dieser Guide nennt deshalb gar keine Tageskontaktzahl.
„Farbe steigert die Markenerkennung um 80 %"einer namentlich genannten US-UniversitätDiese Untersuchung ist in dieser Form nicht auffindbar. Es existiert keine belastbare Auswertung zur Farbwirkung auf Bestellungen. Jede Zahl vom Typ „Farbe X steigert die Conversion um Y %" stammt aus einem einzelnen Test eines einzelnen Shops mit einem einzelnen Design.

Umstritten: kann man Aufmerksamkeit messen?

Seit einigen Jahren verkaufen Anbieter „Attention-Messung" — Werte dafür, wie viel Aufmerksamkeit ein Werbemittel bekommt. Ein unabhängiger Verband hat das geprüft.

Was geprüft wurde32 Werbemittel wurden 12 Messanbietern vorgelegt. Jeder sollte sie bewerten. Danach wurden die Bewertungen auf eine gemeinsame Skala von 1 bis 5 gebracht. Studie Erhebung 2023/24
Was dabei herauskamJedes Werbemittel bekam von mindestens einem Anbieter die Note 1, 2, 3 und 4. Zwei von vier bekamen die volle Spanne 1 bis 5. Zum Zusammenhang mit tatsächlichem Erfolg heißt es im Bericht: „little to no correlation".
Was das für euch heißtWenn euch jemand „2,5 Sekunden Aufmerksamkeit" als Qualitätsmerkmal verkauft: Die Messverfahren widersprechen sich untereinander. Solche Sekundenwerte sind kein Argument.

Denkwerkzeug, nicht Befund: die Ehrenberg-Bass-Schule

Eine australische Forschungsgruppe hat eine ganze Denkschule geprägt, die in der Branche viel zitiert wird. Ein Teil davon ist solide belegt, ein anderer ist eine Position — das wird selten auseinandergehalten.

Deutschland-Vorbehalt

Praktisch die gesamte belastbare Evidenz in diesem Kapitel stammt aus den USA, Großbritannien oder Australien. Eine deutschsprachige Untersuchung vergleichbarer Qualität war zu keinem dieser Themen auffindbar.

Das ist nicht egal: Rechnungskauf, das 14-tägige Widerrufsrecht, die Preisangabenverordnung und die deutsche Versandkostenkultur verändern das Kaufverhalten spürbar. Jede Übertragung gehört im Konzept als Übertragung gekennzeichnet — nicht als Tatsache über deutsche Kunden.

Warum es zählt

Der brauchbarste Teil dieses Kapitels ist nicht, was wirkt, sondern was nachweislich nicht wirkt. Verlustangst als Stilmittel ist nach der Neuauswertung nicht mehr haltbar. Countdown-Knappheit ist die einzige Knappheitsvariante ohne Befund. Runde Social-Proof-Zahlen überleben die Bias-Korrektur nicht. Mehr als zwei Siegel senken die Bestellquote. Kostenloser Versand kann wirksam und unprofitabel sein.

Wer diese fünf Dinge weglässt, spart Geld und Glaubwürdigkeit — ganz ohne eine einzige neue Maßnahme.

03

Low, Mid, High — was die Wörter bedeuten

Dieselben Grenzen wie im Ads-Guide. Budget entscheidet nicht über Reichweite, sondern darüber, welche Kanäle überhaupt in Frage kommen.

Klasse 1

Low-Budget

bis 1.000 € netto / Monat

Unterhalb fast aller Mindestbuchungen im klassischen Mediageschäft. Realistisch sind eigene Kanäle, erfolgsabhängige Kanäle und ein einziger Testkanal. Wer hier drei Kanäle parallel fährt, hat drei Maßnahmen, die alle unter der Wirkschwelle bleiben.

Klasse 2

Mid-Budget

1.000 – 10.000 € netto / Monat

Der Bereich, in dem echte Tests möglich werden: Paketbeilagen bei mehreren Versendern, Dialogpost an Bestandskunden, Creator-Kooperationen mit Serie statt Einzelpost. Zwei bis drei Kanäle sind vertretbar, wenn jeder für sich die Mindestdosis erreicht.

Klasse 3

High-Budget

ab 10.000 € netto / Monat

Mehrkanalbetrieb mit Teststrukturen. Erst hier werden Radio, Außenwerbung und Addressable TV überhaupt sinnvoll dosierbar — und erst hier lohnt der Aufwand für Geo-Testdesigns, mit denen man ihre Wirkung überhaupt messen kann.

KI-Meinung Die drei Grenzwerte sind eine Einschätzung; es gibt keine Norm dafür, ab wann ein Budget „mittel" ist. Sie sind aus dem Ads-Guide übernommen, damit beide Guides dieselbe Sprache sprechen. Begründbar sind sie trotzdem: An beiden Grenzen liegen konkrete Mindestbuchungsgrößen — Paketbeilagen ab rund 1.500–2.000 €, Radio ab rund 2.500–3.500 €, DOOH ab empfohlenen 5.000 €.

Mediabudget ist nicht Gesamtbudget

Die Klassen oben meinen reines Schaltbudget. Produktion kommt zusätzlich und wird regelmäßig unterschätzt: Flyer-Gestaltung 100–500 €, Radiospot-Produktion ab 590 €, DOOH-Motiv 500–5.000 €, Fotos und Videos je nach Anspruch deutlich mehr. Faustregel: Wer keine 20–30 % des Schaltbudgets zusätzlich für Produktion hat, sollte den Kanal nicht buchen. KI-Meinung

Was in welcher Klasse realistisch ist

FrageLow (bis 1.000 €)Mid (1.000–10.000 €)High (ab 10.000 €)
Kanäle parallel1 Testkanal + eigene Kanäle2–33–5
SchwerpunktAktivierung, sofort messbarAktivierung + erster WiedererkennungsaufbauFunnel über Bekanntheit, Erinnerung, Aktivierung
Offline sinnvoll?nur Paketbeilage im eigenen VersandPaketbeilagen fremd, Dialogpost an Bestandskundenzusätzlich Postwurf, Print regional, Radio
TestdesignGutscheincode je MaßnahmeCode je Partner, Vorher-Nachher-VergleichGeo-Test mit Kontrollregion
Auswertungsrhythmusmonatlich, nach Deckungsbeitragalle 2 Wochenwöchentlich, plus Quartalsauswertung
Termine im Jahr2–3 gezielte Aktionen5–8 Aktionendurchgehender Jahresplan
Warum es zählt

Der häufigste Fehler bei kleinem Budget ist nicht der falsche Kanal, sondern zu viele Kanäle gleichzeitig. Jeder Kanal hat eine Mindestdosis, unter der er nichts tut. Drei Kanäle mit je einem Drittel Budget liefern nicht ein Drittel Wirkung — sie liefern in der Regel gar keine. KI-Meinung

04

Die Kanäle

17 Kanäle jenseits von Suchmaschinen- und Social-Werbung, mit echten Preisen, Mindestbudgets und ehrlicher Eignungsbewertung.

Eine Vorbemerkung, die viel erklärt

Bei Werbeartikeln, TV, Influencern, Paketbeilagen, Außenwerbung und lokalem Sponsoring stammen sämtliche auffindbaren Preis- und Wirkungsangaben von Parteien mit wirtschaftlichem Eigeninteresse. Es gibt dort keine neutrale Marktbeobachtung. Das erklärt, warum man im Netz zu genau diesen Kanälen so viele selbstbewusste Zahlen ohne Quelle findet. Wo wir nichts Belastbares gefunden haben, steht das hier ausdrücklich — statt einer plausibel klingenden Schätzung.

Drei Begriffe, die in diesem Kapitel ständig vorkommen

TKP (Tausend-Kontakt-Preis, englisch CPM): Was es kostet, tausend Menschen einmal zu erreichen. Rechnung: Kosten geteilt durch Kontakte, mal 1.000. Beispiel: 600 € für 20.000 Paketbeilagen ergeben 30 € TKP. Der TKP macht Kanäle vergleichbar — er sagt aber nichts darüber, ob die tausend Menschen die richtigen sind.

Streuverlust: Der Anteil der Erreichten, für die euer Angebot nicht in Frage kommt. Ein Gemeindeblatt mit 4.000 Haushalten hat für einen bundesweiten Nischenshop fast 100 % Streuverlust — die Kontakte sind billig und trotzdem wertlos.

Mindestdosis: Die Menge, unter der ein Kanal gar nichts tut. Ein einzelner Radiospot, eine einzelne Zeitungsanzeige, 500 verteilte Flyer — das ist kein kleiner Erfolg, das ist meist gar keiner. Deshalb steht bei jedem Kanal ein Mindestbudget.

Zur Einordnung des Gesamtmarkts: Die Netto-Werbeeinnahmen der erfassbaren Werbeträger in Deutschland lagen bei 27,88 Mrd. € (+4,3 %), der Online-Anteil bei 56,6 %. Studie Erhebung 2025 Der Verband hält selbst fest: ohne das Internet-Segment wäre der Markt um 5,3 % geschrumpft. Die absoluten Euro-Werte je Mediengattung sind nicht frei verfügbar.

Gruppe A · Eigene Kanäle

Kein Vermarkter dazwischen, niedrigste Kosten, beste Messbarkeit. Hier fängt jeder Shop an.

E-Mail-Newsletter

Eignung: sehr hoch
Kosten0 € bis 250 Empfänger, ab ca. 15 €/Monat bis 5.000, ab ca. 18 €/Monat bis 150.000 Fakt
Mindestbudget0 €, realistisch 15–30 €/Monat
VorlaufzeitTage
Messbarkeithoch — außer bei der Öffnungsrate
Engpassder Listenaufbau, nicht das Werkzeug
RechtlichEinwilligung zwingend § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG

Bewertungen und Vertrauenssignale

Eignung: hoch (Conversion)
Kosten0 € (Google-Rezensionen) bis ab 119 €/Monat + 99 € Setup Fakt
Bindungbei Siegelanbietern typisch 12 Monate, jährliche Vorauszahlung
VorlaufzeitTage bis wenige Wochen
Messbarkeitmittel — nur per A/B-Test im eigenen Shop sauber
EinschränkungGoogle-Unternehmensprofil für reine Versandshops nur eingeschränkt möglich
RechtlichEchtheitshinweis Pflicht § 5b Abs. 3 UWG

Paketbeilage im eigenen Versand

Eignung: hoch
KostenDruck ab ca. 30–60 € je 1.000 (DIN A6) Fakt
Mindestbudgetunter 100 €
Vorlaufzeit1–2 Wochen
Messbarkeitgut über eigenen Code
AufgabeWiederkauf, Bewertung, Empfehlung
Besonderheitkein Streuverlust — der Empfänger hat gerade gekauft

Gruppe B · Erfolgsabhängige Kanäle

Bezahlt wird nach Ergebnis. Planbares Kostenrisiko, eingebautes Tracking.

Affiliate

Eignung: hoch
Netzwerkkostenab 49 USD/Monat + 3,5 % je Transaktion (Einsteigertarif, US-Seite) Fakt
Provisionprozentual vom Nettowarenwert, erfolgsabhängig
Vorlaufzeit4–8 Wochen bis zum laufenden Programm
Messbarkeitsehr hoch
Datenlückedeutsche Netzwerkkonditionen und branchenübliche Provisionssätze nicht öffentlich
HauptrisikoGutscheinportale

Influencer und Creator

Eignung: mittel bis hoch
PreisniveauTKP 20–30 € Instagram-Post, 25–50 € Reel/TikTok, 60–100 € YouTube Studie
Mindestbudgetab wenigen hundert € (Nano-Creator)
Vorlaufzeit2–6 Wochen
Messbarkeitgut mit individuellem Code, sonst schlecht
RechtlichKennzeichnungspflicht § 5a Abs. 4 UWG — Risiko trifft auch euch
Nebennutzenverwertbare Bild- und Videoassets, wenn Nutzungsrechte vereinbart

Gruppe C · Adressierte und gedruckte Werbung

Paketbeilage bei fremden Versendern

Eignung: hoch
PreisniveauTKP 50–60 € je 1.000, bei sehr guter Passung bis 80 € KI-Meinung
Mindestauflage20.000 Flyer je Versender
Mindestbudgetca. 1.500–2.000 € (1 Versender inkl. Druck)
Vorlaufzeit3–6 Wochen
Messbarkeitgut — eigener Code je Versender
Warum es passtder Empfänger ist bewiesener Online-Käufer
Rechner 3 · Lohnt sich eine Print-Aktion?

Funktioniert für Paketbeilagen, Postwurf, Flyer und Beilagen in Zeitungen. Der wichtigste Wert steht ganz rechts: die Rücklaufquote, ab der die Aktion aufgeht. Wenn die unrealistisch hoch aussieht, spart euch die Aktion.

Gesamtkosten = (Stückzahl : 1.000) × (Media + Druck) + einmalige Kosten
Nötige Rücklaufquote = Gesamtkosten : (Stückzahl × Deckungsbeitrag) × 100
Wie viele Exemplare verteilt oder beigelegt werden.
Was der Partner fürs Beilegen oder Verteilen nimmt. Paketbeilage ca. 50–60 €, Flyerverteilung ca. 59–75 €.
DIN A6 ca. 30–60 €, DIN A5 ca. 45–80 €.
Gestaltung, Foto, Druckvorstufe.
Wie viele der Empfänger bestellen. Dazu gibt es keine belastbaren deutschen Vergleichswerte — das ist eine Annahme, die ihr mit dem ersten Test ersetzt.
Ergebnis aus Rechner 1.
Gesamtkosten—Media + Druck + Einmaliges
Erwartete Bestellungen—bei eurer Annahme
Kosten je Bestellung—vergleicht das mit eurem Ziel-CPA
Ergebnis—Deckungsbeitrag minus Kosten
Nötige Rücklaufquote—

So nutzt ihr den Rechner ehrlich: Ignoriert zuerst eure eigene Schätzung und schaut nur auf den letzten Wert. Fragt euch dann: Würde diese Rücklaufquote euch nicht überraschen? Wenn doch — Finger weg von der Aktion. Fakt für die Formel, KI-Meinung für die Vorbelegung der Rücklaufquote.

Dialogpost — adressierte Werbesendung

Eignung: mittel bis hoch
Porto 20260,36 € Karte · 0,38 € Standard bis 20 g · 0,54 € Groß bis 50 g Fakt
Porto 20270,38 € Karte · 0,39 € Standard · 0,56 € Groß — bereits veröffentlicht Fakt
Mindestmenge5.000 bundesweit oder 200 je Leitregion; EASY 500–4.999 mit +0,18 €/Stück
Vorlaufzeit3–5 Wochen
Messbarkeitgut mit personalisiertem Code — bester Printkanal
Rechtsgrundlageberechtigtes Interesse Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO
Rechenbeispiel · 1.000er-Test an Bestandskunden

1.000 × (0,38 € Porto + 0,18 € EASY-Aufschlag) = 560 € netto Porto, zzgl. Druck (~60–100 €), zzgl. Lettershop und Adressaufbereitung. Realistisch 900–1.500 € netto für einen 1.000er-Test. Fakt für die Portobestandteile, KI-Meinung für die Gesamtspanne.

Unadressierte Werbung — Postwurf und Haushaltswerbung

Eignung: gering bis mittel
Teiladressiert 20260,17 € Karte · 0,18 € Standard bis 20 g · 0,28 € Groß bis 50 g Fakt
Mindestmenge20.000 bundesweit; EASY 5.000–19.999 mit +0,05 €/Stück
Saisonzuschlag01.09.–31.12. je +0,01 €/Stück — genau im Weihnachtsgeschäft
Unadressiert76–170 € je 1.000 bis 20 g; Mindestauftragswert 300 € Fakt
Vorlaufzeit2–4 Wochen inkl. Druck
Messbarkeitniedrig — nur Code, eigene URL oder QR
Rechner 4 · Portokosten Deutsche Post

Preise Stand 01.01.2026, netto. EASY ist der Tarif für kleine Mengen unterhalb der regulären Mindestmenge — er kostet einen festen Aufschlag je Stück. Druck, Adressen und Lettershop sind hier nicht enthalten.

Für den Brief braucht ihr keine Einwilligung, für die Werbe-E-Mail schon. Warum, steht in Sektion 07.
Ein Gramm über der Grenze kostet die nächste Stufe — Muster vorher wiegen.
Dialogpost: regulär ab 5.000, EASY ab 500. Postwurf: regulär ab 20.000, EASY ab 5.000.
Porto je Stück—
Porto gesamt—ohne Druck und Adressen
Tarif—

Fakt Alle Preise stammen aus den Preisblättern der Deutschen Post, Stand 01.01.2026. Zum 01.01.2027 steigen sie um rund 3–6 % — vor einer Buchung beim Anbieter gegenprüfen. Nicht enthalten: Produktionszuschläge, Selektionsaufpreise, Lettershop.

Flyer: Produktion und Haushaltsverteilung

Eignung: gering
Druck je 1.000DIN A6 30–60 € · DIN lang 40–70 € · A5 45–80 € · A4 75–130 € Studie
Gestaltung100–500 €
Verteilung59–75 € je 1.000 bis 25 g; Budgetvariante ab 35 € ohne freie Gebietswahl Fakt
Mindestbudgetab ca. 500 €
Vorlaufzeit2–3 Wochen
HauptrisikoZustellquote — nicht kontrollierbar
Rechenbeispiel · 10.000 Flyer DIN A6 mit Verteilung

Druck ca. 300–600 € + Verteilung ca. 690 € + Gestaltung 100–500 € = rund 1.100–1.800 € netto. Zum Vergleich: Haushaltswerbung über die Deutsche Post kostet bei 10.000 Stück bis 20 g allein an Zustellung 760–1.700 €. Private Verteiler sind also günstiger — belastbare Vergleichsdaten zur Zustellzuverlässigkeit gibt es allerdings nicht.

Für einen Onlineshop ist der Flyer fast immer dann sinnvoll, wenn er nicht verteilt, sondern ins eigene Paket gelegt wird. Gleiche Druckkosten, kein Streuverlust, qualifizierter Empfänger.

Tageszeitung und Regionalzeitung

Eignung: gering
Reichweite43,5 % der Bevölkerung ab 14 lesen täglich Print Studie Erhebung 2026
Trend47,7 % → 45,2 % → 43,5 % in zwei Jahren
Preis13,69 €/mm Gesamtausgabe · 0,89–5,12 €/mm Regionalausgaben Fakt
Mindestbudgetca. 200–500 € (kleine Lokalanzeige)
Vorlaufzeitwenige Tage bis 2 Wochen
Messbarkeitniedrig
✕ Teuer und wirkungslos

1/4 Seite Gesamtausgabe, einmalig: 840 mm × 13,69 € ≈ 11.500 € netto für eine einzige Schaltung. Und ein Kontakt wirkt nicht (siehe Sektion 01).

✓ Falls überhaupt, dann so

1/4 Seite im Lokalteil einer Regionalausgabe: 840 mm × ca. 2,50 € ≈ 2.100 € netto — und damit Budget für mehrere Schaltungen statt einer.

Der Faktor zwischen Gesamt- und Regionalausgabe liegt bei 5 bis 10. Listenpreise sind zudem Verhandlungsbasis: ein Verlag gewährt Direktkunden pauschal 15 % Rabatt, Staffelrabatte ab 6, 12, 24 und 48 Schaltungen sind üblich. Fakt

Anzeigenblatt, Wochenblatt, Gemeindeblatt

Eignung: gering
Verbreitung654 Titel, 42 Mio. Exemplare pro Woche Studie Erhebung 2026
Trend45 → 42 Mio. Exemplare in einem Jahr (−7 %)
Preis Gemeindeblatt1/1 Seite 300 € · 1/4 Seite 94 € · Ortsansässige ca. 30 % günstiger Fakt
Mindestbudgetab ca. 50 €
Vorlaufzeit1–2 Wochen, bei monatlicher Erscheinung länger
Kern des Mediums55 % der Werbeerlöse stammen aus Prospektbeilagen

Gruppe D · Objekte und Anlässe

Werbeartikel und Give-aways

Eignung: gering allein, mittel als Beilage
StückpreiseKugelschreiber ab 0,09 €, typisch 0,14–1,50 € Fakt
Versteckte KostenKlischee- und Einrichtungskosten — bei Kleinauflagen der eigentliche Kostentreiber, nicht öffentlich
Mindestbudgetab ca. 100 €
Vorlaufzeit1–3 Wochen, Individualproduktion aus Fernost 8–12 Wochen
Messbarkeitpraktisch null
Marktgröße DE3,33 Mrd. € Branchenumsatz Studie Erhebung 2024
Warum wir die bekannten Wirkungszahlen hier nicht verwenden

Die überall zitierten Werte — „70 % Markenerinnerung gegenüber 28 % bei TV" — stammen aus einer Verbandsstudie, deren Erhebungsjahr in keiner zugänglichen Quelle genannt wird und die zuletzt 2019 berichtet wurde. Auftraggeber ist der Branchenverband, der vom Ergebnis profitiert. Der Vergleich selbst ist methodisch schief: gestützte Erinnerung an ein Objekt im eigenen Besitz gegen die Erinnerung an einen flüchtigen Spot. Neuere, unabhängig erhobene Wirkungszahlen gibt es nicht. Wir führen diese Zahlen deshalb nicht als Beleg.

Auch zur Marktgröße kursieren zwei unvereinbare Zahlen: 3,33 Mrd. € Branchenumsatz und 12,4 Mrd. € für die gesamte Wertschöpfungskette. Wer die zweite als „Werbeartikelmarkt" zitiert, überzeichnet um den Faktor 3 bis 4.

Gewinnspiele

Eignung: mittel — mit Vorbehalt
Mindestbudgetab ca. 200 € (Preis + Tool)
Vorlaufzeit1–2 Wochen
Messbarkeithoch beim Listenaufbau, schlecht beim Adresswert
RechtlichTeilnahmebedingungen Pflicht § 6 Abs. 1 Nr. 4 DDG
Werbe-Opt-inseparat und ausdrücklich Art. 7 Abs. 4 DSGVO
DatenlückeQualität so gewonnener Adressen — keine unabhängige deutsche Studie

Messen

Eignung: gering bis sehr gering
Markt DE304 Messen, 12,75 Mio. Besucher Studie Erhebung 2025
RegionalmesseØ ca. 32.500 Besucher, 295 Aussteller Fakt (eigene Berechnung)
LeitmesseØ ca. 52.700 Besucher, 951 Aussteller Fakt (eigene Berechnung)
Kosten je m²DATENLÜCKE — der Verband veröffentlicht keine Kostenkennziffern
Vorlaufzeit6–12 Monate
MessbarkeitLeadzahlen ja, Umsatzzuordnung schwierig

Lokales Sponsoring

Eignung: sehr gering
BandenwerbungKreisliga 200–600 € · Bezirksliga 400–1.200 € · Verbandsliga 800–2.500 € je Saison KI-Meinung
Druck80–200 € je 3×1-m-Plane, Haltbarkeit 5–8 Jahre
Mindestbudgetab ca. 300 €
Messbarkeitpraktisch null
WirkungsdatenDATENLÜCKE — keine einzige belastbare Untersuchung gefunden
Was es wirklich istlokale Verankerung und Goodwill, kein Medienkontakt

Eine Kreisliga-Bande wird von wenigen hundert Zuschauern je Heimspiel gesehen, bei rund fünfzehn Heimspielen pro Saison. Als Werbekanal gerechnet ist das teuer. Für einen bundesweit versendenden Onlineshop ohne lokale Wurzeln ist das keine Werbeinvestition, sondern eine Spende mit Logo. Das ist völlig in Ordnung — man sollte es nur so nennen und nicht als Reichweite verbuchen. KI-Meinung Steuerlich ist die Abgrenzung zwischen Betriebsausgabe und Spende vom Steuerberater zu prüfen.

Gruppe E · Breitenmedien

Hohe Mindesteinsätze, schlechte Attribution. Für Low- und Mid-Budget in aller Regel nicht erreichbar.

Außenwerbung und DOOH

Eignung: gering
TKP4,60 € City-Light-Poster · 5,10 € Großfläche · 6,20 € Mega-Light — BRUTTO Fakt
Mindestvolumen50.000 € brutto je Deal-ID beim größten deutschen Vermarkter
DOOH-Einstiegempfohlen ab 5.000 €; technisch ab 500 €, aber ohne sinnvolle Auslieferung KI-Meinung
Motivproduktion500–1.500 € einfach animiert, 1.500–5.000 € Motion Design KI-Meinung
VorlaufzeitMotiveingang ca. 4–6 Wochen vor Start; Plakatanlieferung mind. 10 Arbeitstage vorher Fakt
Messbarkeitnur über Geo-Testdesign

Radio, lokal und regional

Eignung: gering
Reichweiteca. 74,5 % Tagesreichweite, ca. 250 Min. Hördauer Studie Erhebung 2025/26
Spotpreis290–363 € je 30-Sek.-Spot Morgenstrecke NRW-Lokalfunk; 96–118 € nachts Fakt
Produktionab 590 € netto
Mindestbudget realistischca. 2.500–3.500 € für einen ernsthaften Test KI-Meinung
Vorlaufzeit2–4 Wochen
Messbarkeitniedrig — Aktionscode, Vanity-URL oder Geo-Test

TV und Addressable TV

Eignung: sehr gering
Klassisch Primetime10.000–50.000 € je Spot KI-Meinung
Addressable TVEinstieg ab ca. 500–1.000 € Schaltkosten KI-Meinung
Realistischer Einstiegmit Produktion eher mittlerer vierstelliger bis unterer fünfstelliger Bereich KI-Meinung
Vorlaufzeit6–12 Wochen inkl. Produktion
TKPDATENLÜCKE — keine belastbare Quelle für DE 2026
Quellenlageschwächste im ganzen Guide: einzige Fundstelle ist eine Agenturseite ohne Methodik

Die ehrliche Antwort: Für den allergrößten Teil kleiner und mittlerer B2C-Shops ist TV — auch Addressable TV — kein sinnvoller Kanal. Dasselbe Budget in Paketbeilagen, Newsletter-Ausbau oder Affiliate investiert liefert messbare Ergebnisse. Die „ab 500 €"-Angabe bezieht sich auf reine Schaltkosten; mit TV-tauglicher Spotproduktion und den Mindestvolumina der Vermarkter liegt der tatsächliche Einstieg deutlich höher. KI-Meinung

Kanalübersicht auf einen Blick

KanalMindestbudget nettoVorlaufMessbarkeitEignung Onlineshop
E-Mail-Newsletter0–30 €/MonatTagehochsehr hoch
Paketbeilage eigener Versand< 100 €1–2 Wochenhochsehr hoch
Bewertungen / Trust0–1.500 €/JahrTagemittelhoch
Affiliate~50 €/Monat + Provision4–8 Wochensehr hochhoch
Paketbeilage fremd1.500–2.000 €3–6 Wochenhochhoch
Influencer / Creatorab wenige hundert €2–6 Wochenhoch mit Codemittel–hoch
Dialogpost (Bestandskunden)900–1.500 €3–5 Wochenhochmittel–hoch
Gewinnspielab ~200 €1–2 WochenListe hoch, Wert unklarmittel
Werbeartikel als Beilageab ~100 €1–3 Wochenniedrigmittel
Unadressierte Werbung300–1.400 €2–4 Wochenniedriggering–mittel
Flyer + Verteilungab ~500 €2–3 Wochenniedriggering
Anzeigen-/Gemeindeblattab ~50 €1–2 Wochenniedriggering
Tageszeitung200–500 €Tage–2 Wochenniedriggering
Radio lokal2.500–3.500 €2–4 Wochenniedriggering
OOH / DOOHab ~5.000 €4–6 Wochenniedriggering
Messennicht belegbar6–12 Monatemittelgering
Lokales Sponsoringab ~300 €Wochen~nullsehr gering
TV / Addressable TVrealistisch ≥ 5.000 €6–12 Wochenniedrig–mittelsehr gering

KI-Meinung Die Spalte „Eignung Onlineshop" ist unsere Gesamtbewertung aus Kosten, Messbarkeit, Streuverlust und Mindestdosis. Sie gilt für einen durchschnittlichen, bundesweit versendenden B2C-Shop ohne lokalen Bezug. Ein Shop mit Ladengeschäft oder regionaler Marke bewertet mehrere Zeilen anders.

05

Entscheidungstabelle: Kanal × Budget

Nicht „welcher Kanal ist gut", sondern „welcher Kanal erreicht bei diesem Budget überhaupt seine Mindestdosis".

Ja = bei diesem Budget sinnvoll einsetzbar Vielleicht = nur unter genannter Bedingung Nein = Mindestdosis nicht erreichbar
KanalLow
bis 1.000 €
Mid
1.000–10.000 €
High
ab 10.000 €
Begründung
E-Mail-NewsletterJaJaJaKosten praktisch null, beste Messbarkeit. In jeder Klasse der erste Kanal.
Paketbeilage eigener VersandJaJaJaKein Streuverlust, Druckkosten im zweistelligen Bereich je 1.000.
Bewertungen einsammelnJaJaJaKostenlos bis günstig; wirkt auf vorhandene Besucher.
Kostenpflichtiges GütesiegelVielleichtJaJaLow: 12-Monats-Bindung bei ab 119 €/Monat ist ein relevanter Budgetanteil. Vorher A/B-Test.
AffiliateVielleichtJaJaLow: Fixkosten und Betreuungsaufwand nur bei ausreichendem Bestellvolumen tragbar.
Influencer / CreatorVielleichtJaJaLow: nur Nano-Creator mit Produktgestellung. Einmalposts wirken nicht — Serie einplanen.
Paketbeilage fremdNeinJaJaMindestauflage 20.000 je Versender; ein sinnvoller Test braucht mehrere Partner.
Dialogpost BestandskundenVielleichtJaJaLow: 1.000er-Test ab ca. 900 € möglich, verbraucht aber fast das Monatsbudget.
Dialogpost NeukundenNeinVielleichtJaAdressmiete und Streuverlust machen das erst ab größeren Auflagen rechenbar.
GewinnspielVielleichtJaJaGünstig im Aufbau, aber Adressqualität unbelegt. Nur mit getrennter Auswertung.
Werbeartikel als BeilageVielleichtJaJaKlischeekosten machen Kleinauflagen teuer je Stück.
Unadressierter PostwurfNeinVielleichtJaNur bei belegbaren regionalen Clustern in den eigenen Bestelldaten.
Flyer mit HaushaltsverteilungNeinVielleichtVielleichtAuch bei großem Budget bleibt der Streuverlust. Nur mit lokalem Anlass.
Anzeigen-/GemeindeblattVielleichtVielleichtVielleichtBillig genug für jede Klasse — aber für bundesweite Shops in jeder Klasse fast wirkungslos.
Tageszeitung regionalNeinVielleichtJaEin Kontakt wirkt nicht. Sinnvoll erst ab Budget für 6+ Schaltungen im Lokalteil.
Radio lokalNeinVielleichtJaProduktion ab 590 € plus Mindestkontaktdosis. Unter ca. 2.500 € sinnlos.
OOH / DOOHNeinNeinVielleicht50.000 € brutto Mindestvolumen beim Direkteinkauf; über Selbstbucher nur mit Geo-Test messbar.
MessenNeinNeinVielleichtNur Publikumsmesse mit exakter Produktpassung, und dann als Listenaufbau, nicht als Umsatzkanal.
TV / Addressable TVNeinNeinVielleichtMit Produktion realistisch fünfstellig. Für den Großteil der Shops auch dann nicht die beste Verwendung.
Lokales SponsoringVielleichtVielleichtVielleichtAls Werbekanal in keiner Klasse zu rechtfertigen. Als bewusste lokale Geste in jeder.

KI-Meinung Die gesamte Tabelle ist eine Ableitung aus den Mindestbudgets und Mindestdosen in Sektion 04 sowie aus der Messbarkeitslogik in Sektion 01. Sie ist begründet, aber nicht empirisch getestet.

Die Reihenfolge, in der Kanäle aufgebaut werden

1 · Shop tragfähig machenLadezeit, Versandkosten, Zahlarten, Produktdarstellung, höchstens zwei Vertrauenssiegel.
2 · Bewertungen einsammelnSystematisch nach jeder Bestellung. Menge schlägt Note.
3 · Newsletter aufbauenDer einzige Kanal, der euch gehört. Alles andere zahlt darauf ein.
4 · Eigene PaketbeilageWiederkauf, Bewertung, Empfehlung — zu Druckkosten.
5 · Erfolgsabhängig ergänzenAffiliate und Creator mit Code. Planbares Risiko.
6 · Einen Offline-Kanal testenFremde Paketbeilagen oder Dialogpost an Bestandskunden — mit Code und Abbruchkriterium.
7 · Erst dann BreitenmedienUnd nur mit Geo-Testdesign, sonst ist das Ergebnis nicht interpretierbar.
06

Werbetermine im Jahr

Erst die belegte Saisonalität, dann der Kalender — und zu jedem Termin, was sich dann tatsächlich verkaufen lässt.

Teil 1 · Was belegt ist: die Saisonkurve des Onlinehandels

Die einzige Quelle ohne Eigeninteresse am Ergebnis ist die amtliche Statistik: auskunftspflichtige Meldungen, keine Auftragsfinanzierung. Aus den preisbereinigten, bewusst nicht saisonbereinigten Monatsindizes des Versand- und Internet-Einzelhandels lässt sich die Saisonkurve direkt berechnen.

Was ein Saisonfaktor istDer Jahresdurchschnitt wird auf 100 gesetzt. Ein Monat mit 128 liegt also 28 % über dem Durchschnitt, ein Monat mit 86 liegt 14 % darunter.
Warum nicht bereinigtDie amtliche Statistik bietet die Zahlen auch „saisonbereinigt" an — da ist der Weihnachtseffekt herausgerechnet. Wir brauchen hier genau das Gegenteil, deshalb die unbereinigte Reihe.
Zum RechnenBei 300.000 € Jahresumsatz sind 100 gleich 25.000 € im Monat. Der Dezember (128,7) wäre dann rund 32.200 €, der Februar (85,9) rund 21.500 €.
MonatSaisonfaktor Online
(Jahresdurchschnitt = 100)
Anteil am JahresumsatzSaisonfaktor stationär
Januar92,67,7 %91,4
Februar85,9 — Jahrestief7,2 %88,3
März96,78,1 %101,2
April92,37,7 %100,8
Mai94,47,9 %100,2
Juni94,07,8 %99,9
Juli95,88,0 %100,9
August93,37,8 %98,1
September97,38,1 %96,8
Oktober104,18,7 %101,7
November124,810,4 %104,0
Dezember128,7 — Jahreshoch10,7 %116,6

Fakt Erhebung 2015–2019 Eigene Berechnung aus den amtlichen Monatsindizes (Basis 2015 = 100). Die Formel: Monatsindex geteilt durch den Jahresmittelwert, mal 100.

Die zwei Sätze, die daraus folgen

Erstens: Die Saisonalität ist online fast doppelt so stark wie stationär. Spitze zu Tief online 128,7 / 85,9 = Faktor 1,50; stationär nur 116,6 / 88,3 = Faktor 1,32.

Zweitens: Online liegen November und Dezember fast gleichauf, stationär dominiert der Dezember allein. Das ist der statistische Fingerabdruck von Black Friday und Cyber Monday.

Zwei ehrliche Einschränkungen

Die frei abrufbare Monatsreihe endet im September 2020 — der öffentliche Gastzugang zur Datenbank des Statistischen Bundesamts ist abgeschaltet, die Fortschreibung erfordert eine kostenlose Registrierung. Zudem wurde im Mai 2026 auf das Basisjahr 2021 = 100 und eine neue Wirtschaftszweigklassifikation umgestellt; Zeitreihen über diesen Bruch hinweg sind ohne Verkettung nicht vergleichbar.

Die Pandemiejahre haben das Niveau verschoben. Ob sie auch die Form der Kurve verändert haben, lässt sich mit den frei verfügbaren Daten nicht prüfen. KI-Meinung Wir halten die Grundform für weiterhin gültig, weil sie an Feiertage und Gehaltszyklen gekoppelt ist — nachweisen können wir das nicht.

Teil 2 · Der Jahreskalender 2026 und 2027

Alle beweglichen Termine sind gerechnet, nicht abgeschrieben. Der Wochentag steht dabei, damit ihr nachrechnen könnt. Fakt

Ostern = Gauß-Formel Black Friday = Freitag nach dem 4. Donnerstag im November 1. Advent = 4. Sonntag vor dem 25.12. Muttertag = 2. Sonntag im Mai Vatertag = Ostern + 39 Tage Rosenmontag = Ostern − 48 Tage
Termin20262027Vorlauf WerbungRelevanz
Neujahr / gute Vorsätze01.01. (Do)01.01. (Fr)Kampagne ab 26.12. livebelegt relevant
Heilige Drei Könige06.01. (Di)06.01. (Mi)—Folklore
„Winterschlussverkauf"ab ca. 26.01.ab ca. 25.01. (Mo)2 WochenNische Mode
Weiberfastnacht12.02. (Do)04.02. (Do)6 WochenNische regional
Valentinstag14.02. (Sa)14.02. (So)3–4 WochenNische, stark
Rosenmontag16.02. (Mo)08.02. (Mo)Peak-Bestellungen 3–5 Wochen vorherNische regional
Faschingsdienstag17.02. (Di)09.02. (Di)—Nische regional
Aschermittwoch18.02. (Mi)10.02. (Mi)1 WocheNische Food
Weltfrauentag08.03. (So)08.03. (Mo)3 WochenFolklore
Frühlingsanfang20.03. (Fr)20.03. (Sa)4–6 Wochenbelegt relevant
Karfreitag03.04. (Fr)26.03. (Fr)—stiller Feiertag
Ostersonntag05.04. (So)28.03. (So)8–10 Wochenbelegt relevant
Ostermontag06.04. (Mo)29.03. (Mo)—Sale-Anlass
Record Store Day18.04. (Sa)17.04. (Sa)4 Wochennur Musikhandel
Tag der Arbeit01.05. (Fr)01.05. (Sa)—Folklore
Vatertag / Chr. Himmelfahrt14.05. (Do)06.05. (Do)3–4 Wochenbelegt relevant
Muttertag10.05. (So)09.05. (So)4–6 Wochenbelegt relevant
Pfingstmontag25.05. (Mo)17.05. (Mo)2 Wochenmäßig
Fronleichnam04.06. (Do)27.05. (Do)—regional
Amazon Prime Day23.–26.06. (Di–Fr)noch nicht angekündigtDeal-Anmeldung ca. 8 Wochenbelegt relevant
Sommerferien (gestaffelt)—21.06.–13.09.6–8 Wochen je RegionTraffic-Verteilung
„Sommerschlussverkauf"ab ca. 27.07.ab ca. 26.07. (Mo)2 WochenNische Mode
Back to School / EinschulungMitte Aug.–Mitte Sept.Mitte Aug.–Mitte Sept.Ranzen: Jan.–März · Material: 4–6 Wochenbelegt relevant
Oktoberfest19.09.–04.10.18.09.–03.10.6–8 WochenNische
Tag der Deutschen Einheit03.10. (Sa)03.10. (So)—Folklore
Prime Deal Days (Herbst)06.–07.10. (Di–Mi)noch nicht angekündigt2–3 Wochenbelegt relevant
Weltspartag30.10. (Fr)29.10. (Fr)—Folklore
Halloween31.10. (Sa)31.10. (So)6–8 WochenNische, stark
Martinstag11.11. (Mi)11.11. (Do)3–4 WochenNische
Singles' Day11.11. (Mi)11.11. (Do)2–3 WochenGrenzfall
Volkstrauertag15.11. (So)14.11. (So)—stiller Feiertag
Totensonntag22.11. (So)21.11. (So)—stiller Feiertag
Black Week Start23.11. (Mo)22.11. (Mo)—Konvention
BLACK FRIDAY27.11. (Fr)26.11. (Fr)6–8 Wochenstärkster Einzeltermin
1. Advent29.11. (So)28.11. (So)Adventskalender: Aug./Sept.belegt relevant
Cyber Monday30.11. (Mo)29.11. (Mo)mit Black Fridaybelegt relevant
2. Advent06.12. (So)05.12. (So)—belegt relevant
Nikolaus06.12. (So)06.12. (Mo)4 WochenNische Süßwaren
3. Advent13.12. (So)12.12. (So)—belegt relevant
Letzter Adventssamstag19.12. (Sa)18.12. (Sa)—frequenzstärkster Tag
4. Advent20.12. (So)19.12. (So)—Last-Minute
Last Shipping Dayca. 18.–21.12.ca. 16.–21.12.ab 1. Advent kommunizierenoperativ kritisch
Heiligabend24.12. (Do)24.12. (Fr)—nur Digitalgüter
1. / 2. Weihnachtsfeiertag25.12. (Fr) / 26.12. (Sa)25.12. (Sa) / 26.12. (So)—Gutscheineinlösung
Zwischen den Jahren27.–30.12.27.–30.12.—belegt relevant
Silvester31.12. (Do)31.12. (Fr)3 WochenNische Party
Januar-RetourenwelleKW 1–4KW 1–4operativ, keine Werbungrechnerisch, nicht gemessen
2027Zwei Terminfallen

Vatertag liegt 2027 vor dem Muttertag — 06.05. gegen 09.05., nur drei Tage Abstand. Die Kampagnen überlappen; wer beide fährt, braucht getrennte Motive und eine klare Reihenfolge in der Aussteuerung.
Beide Weihnachtsfeiertage fallen 2027 aufs Wochenende (Sa/So). Kein verlängertes Wochenende, aber auch nur ein verlorener Werktag in der Logistik.

Wochentage ändern alles

Valentinstag 2027 fällt auf einen Sonntag — die faktische Lieferdeadline ist damit Freitag, der 12.02. Halloween 2027 fällt ebenfalls auf einen Sonntag, die Partys sind aber am Samstag: Lieferdeadline Donnerstag, 28.10. Nikolaus 2026 ist zugleich der 2. Advent. Und 2026 liegt der 1. Advent zwischen Black Friday und Cyber Monday — eine ungewöhnlich dichte Taktung.

Sommerferien 2027 — die Staffelung entscheidet die Aussteuerung

BundeslandBeginnEnde
Sachsen-Anhalt21.06.202704.08.2027
Berlin · Brandenburg08.07.202721.08.2027
Mecklenburg-Vorpommern12.07.202721.08.2027
Rheinland-Pfalz · Saarland · Sachsen12.07.202720.08.2027
Hamburg · Niedersachsen15.07.202725.08.2027
Nordrhein-Westfalen15.07.202728.08.2027
Hessen19.07.202727.08.2027
Schleswig-Holstein · Thüringen19.07.202728.08.2027
Bremen22.07.202701.09.2027
Baden-Württemberg29.07.202711.09.2027
Bayern31.07.202713.09.2027

Spannweite 21.06. bis 13.09.2027 — knapp zwölf Wochen. Für Back-to-School heißt das: Die NRW-Kampagne startet rund sechs Wochen vor der bayerischen. Eine bundesweit gleichzeitig ausgespielte Schulstart-Kampagne verbrennt in beiden Richtungen Budget. Fakt für die Termine (Kultusministerkonferenz; vor verbindlicher Planung dort gegenprüfen), KI-Meinung für die Ableitung.

Einschulungstermine 2027: Belegt sind nur Niedersachsen und Sachsen-Anhalt (jeweils 21.08.2027). Für die übrigen vierzehn Länder lagen zum Redaktionsschluss keine offiziellen Termine vor — die Ministerien legen sie teils erst 12 bis 18 Monate vorher fest. Näherung für die Planung: erster Samstag nach Ferienende des jeweiligen Landes. KI-Meinung

Teil 3 · Die Termine, die Geld bringen — und was sich dann verkauft

Neujahr und gute Vorsätze

01.01. · belegt relevant
Zeitfenster26.12. bis Ende Januar, Spitze KW 1–2
KategorienFitness, Sportnahrung, Ernährung, Organisation, Kalender, Planer, Kurse, Selbstoptimierung
VorlaufKampagne muss am 26.12. live sein

Valentinstag

14.02. · Nische, aber stark
2026 / 2027Sa 14.02.2026 · So 14.02.2027 — Lieferdeadline faktisch Fr 12.02.
KategorienBlumen, Schmuck, Pralinen, Parfum, Dessous, Erlebnisgutscheine, Foto- und Personalisierungsprodukte
Vorlauf3–4 Wochen, Last-Minute-Push ab 10.02.

Karneval und Fasching

Rosenmontag · Nische, regional
2026 / 2027Mo 16.02.2026 · Mo 08.02.2027 (= Ostern − 48 Tage)
KategorienKostüme, Perücken, Schminke, Deko, Party-Zubehör
RegionenRheinland, Rheinland-Pfalz, Südbaden, Franken

Frühlingsanfang und Saisonwechsel

20.03. · belegt relevant
Zeitfensterkein Einzeltag — ein Fenster von etwa sechs Wochen
KategorienGarten, Outdoor, Grill, Fahrrad, Frühjahrsmode, Reinigung, Renovierung
Vorlauf4–6 Wochen; meteorologischer Frühlingsanfang ist bereits der 01.03.

Ostern

belegt relevant · zweitstärkster Süßwarenanlass
2026 / 2027So 05.04.2026 · So 28.03.2027 — zwei Wochen früher
KategorienSüßwaren, Kinderprodukte, Deko, Garten, Basteln, Geschenkartikel
Vorlauf8–10 Wochen; Sortiment in KW 3–6 listen
AchtungKarfreitag ist bundesweit stiller Feiertag — Tonalität anpassen, Logistik steht

Muttertag

2. Sonntag im Mai · belegt relevant
2026 / 2027So 10.05.2026 · So 09.05.2027
KategorienBlumen, Schmuck, Parfum, Wellness- und Erlebnisgutscheine, Foto, Pralinen, Personalisiertes
Vorlauf4–6 Wochen, Lieferdeadline-Push 4.–6. Mai
Rangnach Weihnachten und Valentinstag der stärkste Geschenkanlass in Floristik und Beauty

Vatertag / Christi Himmelfahrt

Ostern + 39 Tage · belegt relevant
2026 / 2027Do 14.05.2026 · Do 06.05.2027 — vor dem Muttertag!
KategorienBier und Spirituosen, Grill, Werkzeug, Outdoor, Technik-Gadgets, Herrenpflege
Vorlauf3–4 Wochen

Amazon Prime Day und Prime Deal Days

belegt relevant — auch für Nicht-Amazon-Shops
Sommer2025: 08.–11.07. · 2026: 23.–26.06. · 2027: noch offen, Fenster Mitte Juni bis Mitte Juli
Herbst2024: 08.–09.10. · 2025: 07.–08.10. · 2026: 06.–07.10. · 2027: erste bis zweite Oktoberwoche
Vorlauf2–3 Wochen; als Marktplatzhändler Deal-Anmeldung ca. 8 Wochen vorher

Sommerferien und Back to School

belegt relevant · zweiphasig
Phase 1Schulranzen und Ausstattung: Januar bis März — Beratungskauf, lange Entscheidungswege
Phase 2Verbrauchsmaterial: 2–3 Wochen vor Schulstart des jeweiligen Landes
KategorienRanzen, Schreibwaren, Schultüten, Kinderkleidung, Sportzeug, Technik

Halloween

31.10. · Nische, aber stark
2026 / 2027Sa 31.10.2026 (günstig) · So 31.10.2027 — Partys am Sa 30.10., Deadline Do 28.10.
KategorienKostüme, Deko, Süßwaren, Party, Make-up
Vorlauf6–8 Wochen, Bestellspitze KW 41–43

Singles' Day

11.11. · Grenzfall
2026 / 2027Mi 11.11.2026 · Do 11.11.2027
Herkunftchinesischer „Tag der Singles" (vier Einsen), seit 2009 kommerzialisiert
Rolle in DEdeutlich schwächer als Black Friday — funktioniert als Auftakt der Rabattsaison

Black Week, Black Friday, Cyber Monday

stärkster Einzeltermin des Onlinejahres
2026Black Week ab Mo 23.11. · BF Fr 27.11. · 1. Advent So 29.11. · CM Mo 30.11.
2027Black Week ab Mo 22.11. · BF Fr 26.11. · 1. Advent So 28.11. · CM Mo 29.11.
Vorlauf6–8 Wochen Planung, E-Mail-Teaser ab KW 45
Stiller Feiertag davorTotensonntag (22.11.2026 / 21.11.2027) — Tonalität am Start der Black Week
Rechner 5 · Was ein Rabatt wirklich kostet

Der Rechner, der vor jeder Rabattaktion laufen sollte. Er beantwortet eine einzige Frage: Wie viel mehr müsst ihr verkaufen, nur um genauso viel zu verdienen wie ohne Rabatt? Die Antwort überrascht fast immer.

Deckungsbeitrag ohne Rabatt = Preis − Wareneinsatz
Deckungsbeitrag mit Rabatt = Preis × (1 − Rabatt) − Wareneinsatz
Nötige Absatzsteigerung = (DB ohne Rabatt : DB mit Rabatt) − 1
Was der Artikel ohne Aktion kostet.
Was euch der Artikel im Einkauf kostet.
Käufer erwarten am Black Friday 30–50 %. Tatsächlich gewährt wurden im Schnitt 7 %.
Verdienst ohne Rabatt—je verkauftem Stück
Verdienst mit Rabatt—je verkauftem Stück
Nötige Absatzsteigerung—

Das Beispiel in der Vorbelegung: 20 % Rabatt auf einen Artikel mit 50 % Rohmarge kostet euch 40 % eures Verdiensts je Stück — ihr müsst rund zwei Drittel mehr Stück verkaufen, nur um gleich viel zu verdienen. Bei 30 % Rabatt bräuchtet ihr bereits die zweieinhalbfache Menge. Alles darunter ist ein Verlustgeschäft mit mehr Arbeit, mehr Versand und mehr Retouren. Fakt — die Formel liegt offen.

Nicht vergessen: Ab Rabatt gilt die 30-Tage-Regel § 11 PAngV. Der Prozentsatz muss sich auf den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage beziehen, nicht auf den zuletzt verlangten. Siehe Sektion 07.

Advent und Weihnachtsgeschäft

belegt relevant · Jahreshoch
Adventssonntage 202629.11. · 06.12. · 13.12. · 20.12.
Adventssonntage 202728.11. · 05.12. · 12.12. · 19.12.
Frequenzstärkster Tagder letzte Adventssamstag — 19.12.2026 / 18.12.2027
AdventskalenderSortiment muss im August/September stehen

Last Shipping Day

operativ kritisch
Referenz 2025Inland Standard 19.–20.12., Express 22.–23.12., international ab 12.–17.12. Fakt
Ableitung 2026Inland ca. 18.–21.12., Express ca. 22.12. KI-Meinung
Ableitung 2027Inland ca. 16.–21.12., Express ca. 22.–23.12. KI-Meinung
RegelInland Standard ≈ 4–5 Kalendertage vor Heiligabend

Zwischen den Jahren und Silvester

belegt relevanter Umsatzzeitraum
Zeitfenster25.12. bis 02.01.
TreiberGutscheineinlösung, Jahresend-Sale, Party- und Food-Sortiment
2027 ungünstigbeide Weihnachtsfeiertage am Wochenende

Teil 4 · Black Friday: was die Datenlage wirklich hergibt

FrageAntwort
Wie groß ist der Umsatz?Prognose 5,8 Mrd. € für Black Friday und Cyber Monday, erstmals rückläufig (−2 %). Studie Erhebung 2025 Umfrage unter über 1.000 Online-Shoppern im Auftrag eines Handelsverbands.
Wie belastbar ist diese Zahl?Es gibt in Deutschland keine transaktionsbasierte Messung des Black-Friday-Umsatzes. Alle kursierenden Milliardenzahlen sind Hochrechnungen aus Absichtsbefragungen. Für benachbarte Jahre nennen zwei Quellen 5,8 und 6,4 Mrd. € — bei gegenläufiger Richtung.
Wie viele machen mit?Je nach Erhebung 48 %, 52 %, 84 % oder 85 % — für dasselbe Ereignis. Die Fragestellung treibt das Ergebnis. Keine dieser Zahlen sollte als „die" Black-Friday-Zahl zitiert werden. Nutzbar ist nur die Richtung: Teilnahme hoch und stabil, Ausgaben pro Kopf real stagnierend.
Wie hoch sind die Rabatte wirklich?7 % durchschnittliche Ersparnis über alle Kategorien; 73 % der Produkte waren günstiger als im Oktober. Stärkste Nachlässe: TV −17 %, Staubsauger −15 %, E-Bikes −15 %. Schwächste: Smartphones −5 %. Studie Erhebung 2025 Einzige Quelle mit echten Preisdaten statt Befragung.
Gibt es Mondpreise?In der Breite nein: keine systematischen Preiserhöhungen vor dem Aktionstag in den Top-Kategorien. Händler senken über den November hinweg, das Tief liegt in der Black-Friday-Woche.
Schafft Black Friday Umsatz oder zieht er ihn nur vor?Für Deutschland existiert keine kausale Studie. Indizien für Verlagerung: online liegen November (124,8) und Dezember (128,7) fast gleichauf, stationär dominiert der Dezember klar; und über die Hälfte der Black-Friday-Käufer kauft dabei Weihnachtsgeschenke. Indiz für Zusatzumsatz: rund ein Drittel der Käufer erwirbt Artikel, die sie sonst nicht gekauft hätten. Beide Effekte existieren nebeneinander; das Netto-Verhältnis ist öffentlich nicht quantifiziert.
Die Erwartungslücke ist das Geschäftsrisiko

Käufer halten 30 bis 50 % für einen normalen Black-Friday-Rabatt, tatsächlich sind es im Schnitt 7 %. Rund ein Drittel nimmt die Rabatte als niedriger wahr als beworben — bei gleichzeitig hoher Zufriedenheit. Für einen kleinen Shop folgt daraus: nicht in den Prozentwettbewerb einsteigen, sondern wenige echte Angebote klar auszeichnen. KI-Meinung

Teil 5 · Retouren und die Januarwelle

Teil 6 · Termine, für die ihr kein Budget einplanen solltet

TerminWarum nicht
Tag der Deutschen Einheit2026 Samstag, 2027 Sonntag — kein Brückentag, kein Handelseffekt. Höchstens als Aufhänger.
WeltspartagFür Onlineshops ohne Finanzbezug reine Folklore.
WeltfrauentagUmsatzseitig Folklore, dazu hohes Risiko, als Vereinnahmung gelesen zu werden. In Berlin und MV Feiertag — dort wirkt allenfalls der freie Tag.
Heilige Drei KönigeFeiertag nur in BW, BY und ST. Kein Kaufanlass.
Volkstrauertag · Totensonntag · KarfreitagStille Feiertage. Kein Werbeanlass — hier geht es darum, die Tonalität anzupassen, nicht eine Aktion zu fahren. Totensonntag liegt unmittelbar vor dem Start der Black Week.
Welttag des Kaffees, Weltkatzentag und VerwandteReine Social-Media-Anlässe ohne messbaren Umsatzeffekt außerhalb des jeweiligen Spezialsortiments. Als organischer Beitrag in Ordnung, als Werbebudget nicht.
„Winter-" und „Sommerschlussverkauf"Rechtlich seit 2004 abgeschafft; der Handel hält den Rhythmus faktisch bei. Durch ganzjährige Rabattierung stark verwässert — ein eigenständiger Anlass ist es nicht mehr. KI-Meinung
Green FridayAls Positionierung für nachhaltige Shops ein echtes Differenzierungsinstrument. Umsatzseitig nicht belegt — das ist Markenarbeit, kein Verkaufstermin.
Warum es zählt

Der häufigste Fehler im Jahresplan ist nicht ein verpasster Termin, sondern zu viele Termine. Wer zwölf Aktionen fährt, hat zwölfmal Aufwand und keine einzige, die auffällt — und gewöhnt die eigene Liste daran, nie zum Normalpreis zu kaufen. Bei Low-Budget sind zwei bis drei Termine im Jahr realistisch; sie sollten die sein, die zum Sortiment passen, nicht die, die im Kalender am lautesten sind. KI-Meinung

07

Rechtliche Leitplanken

Die Kurzfassung mit Normverweis. Keine Rechtsberatung — für Detailfragen der Rechts-Guide und im Zweifel ein Anwalt.

27.09.2026Stichtag · sechs Tage nach Redaktionsschluss

An diesem Tag treten die neuen Regeln zu Umweltaussagen und Nachhaltigkeitssiegeln in Kraft (Umsetzung der EmpCo-Richtlinie durch das Dritte UWG-Änderungsgesetz vom 12.02.2026). Ab dann gilt unter anderem: Klimaneutralitätsaussagen, die auf Kompensation beruhen, sind per se unzulässig Anh. Nr. 4c UWG, ebenso selbst vergebene „Nachhaltigkeitssiegel" ohne Zertifizierungssystem Anh. Nr. 2a UWG. Wer heute mit „klimaneutral", „umweltfreundlich" oder einem Eigen-Siegel wirbt, sollte das vor diesem Datum prüfen.

Die drei größten Abmahnrisiken für einen B2C-Onlineshop

ThemaNormWas gilt
Streichpreise und Rabatte § 11 PAngV Bei jeder bekannt gegebenen Preisermäßigung ist der niedrigste Gesamtpreis der letzten 30 Tage anzugeben. Der EuGH hat entschieden, dass dieser Wert nicht bloß zusätzlich zu nennen, sondern Berechnungsgrundlage der beworbenen Ermäßigung ist C-330/23, 26.09.2024. Ein Prozentrabatt muss sich also auf den 30-Tage-Tiefstpreis beziehen, nicht auf den zuletzt verlangten Preis. Der Referenzpreis muss klar erkennbar und gut lesbar stehen — eine klein gedruckte Fußnote genügt nicht. UVP-Streichpreise sind derzeit rechtlich umstritten; ein Verfahren dazu ist beim BGH anhängig. Konservativ: bei jeder Ermäßigungs-Optik zusätzlich den 30-Tage-Bestpreis angeben.
Bewertungen § 5b Abs. 3 UWG Wer Verbraucherbewertungen zugänglich macht, muss informieren, ob und wie er sicherstellt, dass sie von echten Käufern stammen. Es ist eine reine Transparenzpflicht — man darf auch offenlegen, dass nicht geprüft wird. Die Instanzrechtsprechung verschärft Ort und Zeitpunkt: Der Hinweis muss zeitgleich mit der Bewertung erscheinen, also schon bei aggregierten Sternen auf Kategorieseiten, nicht erst auf der Produktdetailseite. Gefälschte oder beauftragte Bewertungen sind per se unzulässig Anh. Nr. 23c UWG, ebenso Bewertungen gegen Gewinnspielteilnahme.
Umweltaussagen § 5 UWG n.F. Bis 26.09.2026 gilt die BGH-Linie: Bei mehrdeutigen Umweltbegriffen besteht eine gesteigerte Aufklärungspflicht, und die Bedeutung muss in der Werbung selbst erläutert werden — ein QR-Code oder externer Link genügt nicht I ZR 98/23, 27.06.2024. Ab 27.09.2026 wird daraus ein Per-se-Verbot für kompensationsbasierte Klimaaussagen.

Werbekanäle und Einwilligung

Gewinnspiele, Siegel, Influencer, Briefkasten

Zum Belegstatus dieses Kapitels

Die genannten Normen und die höchstrichterlichen Entscheidungen sind Fakt. Mehrere der zitierten Instanzentscheidungen aus 2025 und 2026 konnten nur über Fachpresse und Kanzleiquellen belegt werden, nicht im Volltext — sie sind in Kapitel § als solche gekennzeichnet. Vor einer konkreten Werbemaßnahme mit rechtlichem Risiko gehört das geprüft, nicht aus einem Guide übernommen.

08

Vom Guide zum Konzept

Dieser Guide beantwortet keine Frage über euren Shop. Diese zwölf Angaben machen daraus eine Empfehlung.

Die Projekt-Routine

#ThemaWas wir wissen müssen
1SortimentWas wird verkauft, in welcher Preislage, wie viele Artikel? Saisonware oder ganzjährig?
2DeckungsbeitragWas bleibt netto je Bestellung übrig — nach Wareneinsatz, Versand, Retouren, Zahlungsgebühren? Ohne diese Zahl ist kein Ziel-CPA berechenbar.
3WiederkaufEinmalkauf oder regelmäßig? Umsatz im zweiten Jahr? Entscheidet, was ein Neukunde kosten darf.
4RetourenTatsächliche Quote je Kategorie. Geht direkt vom Deckungsbeitrag ab.
5ZielgruppeWer kauft heute tatsächlich — aus den Bestelldaten, nicht aus der Vermutung.
6NachfrageWird aktiv gesucht, oder muss der Bedarf geweckt werden? Entscheidet die Kanalfrage vor jedem Budgetargument.
7RegionalitätZeigen die Bestelldaten regionale Cluster? Nur dann sind Print, Postwurf, Radio und OOH überhaupt eine Überlegung wert.
8BudgetWerbebudget netto pro Monat — und getrennt davon Produktion, Fotos, Texte, Landingpage, Betreuung.
9BestandNewsletterliste (Größe, Aktivität), Bewertungen, Bildmaterial, Video, Tracking, Consent-Lösung. Jede Lücke ist Vorlaufzeit oder Kosten.
10SaisonWelche Termine aus Sektion 06 betreffen das Sortiment wirklich? Welche eigenen Spitzen zeigen die Vorjahresumsätze?
11KapazitätWie viele Bestellungen am Tag, wie viele Anfragen pro Woche sind verkraftbar?
12WettbewerbWer wirbt im selben Umfeld, womit, in welcher Preislage? Beobachtung, keine Kopiervorlage.

Was unbeantwortet bleibt, wird im Konzept als Annahme sichtbar gemacht — nicht stillschweigend gesetzt. Das Ergebnis gehört in ein eigenes Projektdokument, nicht in diesen Guide.

Die Reihenfolge der Arbeitsschritte

1 · RechnenDeckungsbeitrag und Ziel-CPA. Vor jeder Kanalüberlegung.
2 · Shop prüfenLadezeit, Versandkosten, Zahlarten, Vertrauenssignale, Produktdarstellung.
3 · Eigene KanäleBewertungen, Newsletter, eigene Paketbeilage. Zuerst, immer.
4 · Jahresplan2–8 Termine, je nach Budgetklasse. Aus Sektion 06, gefiltert aufs Sortiment.
5 · Einen Kanal testenMit Code, mit Vorher-Nachher, mit Abbruchkriterium.
6 · AuswertenNach Deckungsbeitrag, nicht nach Klicks. Monatlich bei Low, zweiwöchentlich bei Mid.
7 · Skalieren oder stoppenKeine dritte Verlängerung „weil es diesmal bestimmt klappt".

Fehlerkatalog

Rechner 6 · Hat die Kampagne funktioniert?

Nach jeder Maßnahme dieselben vier Zahlen eintragen. Der Rechner sagt, ob ihr weitermacht, nachbessert oder aufhört — bevor ihr euch das schönrechnet.

Rechner 6 · Kampagnen-Check

Die Auswertung, die nach jeder abgeschlossenen Maßnahme läuft.

Kosten je Bestellung = Budget : erreichte Bestellungen
Ergebnis = Bestellungen × Deckungsbeitrag − Budget
Break-even = Budget : Deckungsbeitrag
Alles, was die Maßnahme gekostet hat — auch Gestaltung und Druck.
Nur die, die ihr der Maßnahme zuordnen könnt.
Ergebnis aus Rechner 1.
Ergebnis aus Rechner 2.
Kosten je Bestellung—
Ergebnis—Verdienst minus Kosten
Break-even—so viele hättet ihr gebraucht

Wichtig: Die Ampel vergleicht mit eurem Ziel-CPA, nicht mit einem Branchenwert. Bis 20 % darüber ist Nachbessern vertretbar — deutlich darüber gehört die Maßnahme gestoppt oder umgebaut, nicht verlängert. KI-Meinung für die 20-Prozent-Grenze.

Abbruchkriterien — vorher festlegen

09

Begriffe und Formeln — erklärt

Jedes Fachwort aus diesem Guide, in einem Satz erklärt und mit einem Beispiel.

Geld und Rechnen

BegriffEinfach erklärtBeispiel
Netto / BruttoNetto = ohne Umsatzsteuer, brutto = mit. Alle Preise in diesem Guide sind netto, außer einer ausdrücklich gekennzeichneten Ausnahme.95,20 € brutto sind bei 19 % Umsatzsteuer 80,00 € netto.
WareneinsatzWas euch die verkaufte Ware selbst gekostet hat — reiner Einkauf, ohne eure eigenen Kosten.Ihr kauft ein Hemd für 40 € ein und verkauft es für 80 €. Wareneinsatz = 40 €.
Deckungsbeitrag (DB)Was von einer Bestellung übrig bleibt, nachdem alle Kosten abgezogen sind, die wegen dieser Bestellung entstehen. Davon werden Miete, Werbung und Gewinn bezahlt. Die wichtigste Zahl im ganzen Guide.80 € Umsatz − 40 € Ware − 5 € Versand − 1,50 € Zahlungsgebühr = 33,50 €. Rechner 1.
MargeDer Deckungsbeitrag als Prozentsatz vom Umsatz. Macht Artikel unterschiedlicher Preislage vergleichbar.25 € von 80 € Umsatz = 31 % Marge.
CPA
Cost per Acquisition
Was euch ein gewonnener Kunde tatsächlich gekostet hat: Werbekosten geteilt durch Bestellungen.2.000 € Kampagne, 120 Bestellungen = 16,67 € je Bestellung.
Ziel-CPADie Obergrenze: So viel darf ein Kunde kosten, damit ihr noch verdient. Alles darüber ist Verlust.25 € Deckungsbeitrag, davon die Hälfte für Werbung = 12,50 € Ziel-CPA. Rechner 2.
Kundenwert
auch: Customer Lifetime Value, CLV
Was ein Kunde über alle seine Bestellungen hinweg einbringt — nicht nur beim ersten Kauf.25 € Deckungsbeitrag × 2,5 Bestellungen = 62,50 €. Deshalb darf ein Neukunde mehr kosten, als die erste Bestellung einbringt.
Break-evenDer Punkt, an dem eine Maßnahme weder Gewinn noch Verlust macht. Alles darüber ist Gewinn.2.000 € Kosten geteilt durch 25 € Deckungsbeitrag = 80 Bestellungen zum Break-even.
Rücklaufquote
auch: Response-Rate
Wie viel Prozent der Empfänger tatsächlich reagieren — also bestellen, den Code einlösen, die Seite aufrufen.20.000 Beilagen, 100 Bestellungen = 0,5 % Rücklaufquote.
Conversion / Conversion-RateConversion = eine gewünschte Handlung (Bestellung, Anmeldung). Die Rate ist ihr Anteil an allen Besuchern.1.000 Besucher, 20 Bestellungen = 2 % Conversion-Rate.
WarenkorbabbruchJemand legt etwas in den Warenkorb und bestellt dann doch nicht.Häufigster genannter Grund: zu hohe Zusatzkosten beim letzten Schritt.
RetourenquoteAnteil der Bestellungen, die zurückgeschickt werden. Sie geht direkt vom Deckungsbeitrag ab.Mode ca. 40 %, Schuhe bis 80 %, Bücher und DIY unter 10 %.

Werbung und Kanäle

BegriffEinfach erklärtBeispiel
TKP / CPM
Tausend-Kontakt-Preis
Was es kostet, tausend Menschen einmal zu erreichen. Macht Kanäle vergleichbar — sagt aber nichts über die Qualität der Kontakte.600 € für 20.000 Beilagen = 30 € TKP.
ReichweiteWie viele verschiedene Menschen eure Werbung überhaupt sehen.Eine Anzeige in einem Blatt mit 12.000 Lesern hat 12.000 Reichweite.
FrequenzWie oft jeder Einzelne davon sie sieht. Bei festem Budget geht mehr Frequenz immer auf Kosten der Reichweite.Acht Schaltungen im selben Blatt = Frequenz 8 bei gleicher Reichweite.
KontaktEin einzelnes Sehen oder Hören der Werbung durch eine Person.12.000 Leser × 8 Schaltungen = 96.000 Kontakte.
StreuverlustDer Anteil der Erreichten, für die euer Angebot nicht in Frage kommt.Ein Tierbedarfs-Shop wirbt im Gemeindeblatt: Rund zwei Drittel der Haushalte haben kein Haustier.
AttributionDie Zuordnung einer Bestellung zu der Werbung, die sie ausgelöst hat. Klingt einfach, ist es selten.Jemand sieht ein Plakat, googelt euch, klickt später einen Newsletter — welcher Kontakt bekommt die Bestellung zugeschrieben?
Last-ClickDie einfachste Attributionsregel: Der letzte Klick vor der Bestellung bekommt alles zugerechnet. Benachteiligt alles, was vorher passiert ist.Ein Gutscheinportal, das der Kunde kurz vor dem Kauf aufruft, kassiert die volle Provision — obwohl er ohnehin gekauft hätte.
Affiliate / PublisherPartner, die euch Kunden vermitteln und nur bei tatsächlichem Verkauf eine Provision bekommen.Ein Testportal verlinkt euren Shop und erhält 6 % vom Nettowarenwert jeder vermittelten Bestellung.
Opt-in / Double-Opt-inOpt-in = ausdrückliche Zustimmung zur Werbung. Double-Opt-in = diese Zustimmung wird per Bestätigungsmail nachgewiesen.Anmeldeformular ausfüllen, dann den Link in der Bestätigungsmail klicken. Erst dann darf der Newsletter kommen.
Öffnungsrate / Klickrate / CTORÖffnungsrate = Anteil der geöffneten Mails. Klickrate = Anteil der Empfänger, die geklickt haben. CTOR = Klicks bezogen nur auf die Öffner.Die Öffnungsrate ist seit den Datenschutzfunktionen von Apple unbrauchbar — CTOR und Umsatz je Mail sind aussagekräftiger.
LettershopDienstleister, der Briefsendungen druckt, kuvertiert, adressiert und bei der Post einliefert.Bei einem 1.000er-Mailing macht der Lettershop einen spürbaren Teil der Gesamtkosten aus.
KlischeeDie einmalige Druckvorlage für Werbeartikel. Fällt pro Motiv an, nicht pro Stück — deshalb sind Kleinauflagen je Stück so teuer.500 Kugelschreiber kosten nicht 500 × Stückpreis, sondern deutlich mehr.
DekadeDer Buchungszeitraum in der Außenwerbung: rund zehn bis elf Tage.2026 gibt es 34 Dekaden im Jahr.
mm-Preis / SatzspiegelZeitungsanzeigen werden nach Höhe in Millimetern je Spalte abgerechnet. Der Satzspiegel ist die bedruckbare Fläche einer ganzen Seite.Eine Viertelseite entspricht 840 mm. Bei 13,69 €/mm sind das rund 11.500 €.
ListenpreisDer veröffentlichte Preis. In Print, Radio, Plakat und TV praktisch immer nur die Verhandlungsbasis.Ein Verlag gewährt Direktkunden pauschal 15 % Nachlass — das steht so in seiner eigenen Preisliste.
Geo-TestDie einzige saubere Messmethode für Radio, Plakat und TV: Eine Region bekommt Werbung, eine vergleichbare nicht. Der Unterschied ist die Wirkung.Sechs Wochen Radiowerbung in Region A, nichts in Region B, dann die Umsatzentwicklung vergleichen.
A/B-TestZwei Varianten gleichzeitig zeigen, Besucher zufällig aufteilen, Ergebnis vergleichen. Braucht viele Beobachtungen, um aussagekräftig zu sein.Effekte in der Größenordnung dieses Guides (d ≈ 0,1–0,3) sind mit üblichen Shop-Besucherzahlen nicht nachweisbar.

Studien und Statistik

Diese Begriffe braucht ihr, um Sektion 02 zu lesen — und um zu erkennen, wenn euch jemand mit einer Studie beeindrucken will, die nichts hergibt.

BegriffEinfach erklärtBeispiel / Merkhilfe
StudieEine einzelne Untersuchung. Sagt für sich genommen wenig — Einzelstudien widersprechen sich ständig.„Eine Studie zeigt…" ist kein Argument, solange nicht dabei steht, welche und wie groß.
MetaanalyseViele Einzelstudien zu derselben Frage werden nach festen Regeln zusammengerechnet. Die belastbarste Form der Evidenz — deshalb stammen fast alle Zahlen in Sektion 02 daraus.„37 Studien mit 335 Einzelergebnissen" heißt: Hier wurde nicht einmal gemessen, sondern siebenunddreißigmal.
Stichprobe (n)Wie viele Personen oder Fälle untersucht wurden. Je größer, desto weniger Zufall im Ergebnis.n = 137 Studierende im Labor ist etwas völlig anderes als 288.169 echte Bestellvorgänge.
Randomisiert / RCTDie Teilnehmer werden per Zufall auf die Gruppen verteilt. Das ist der Goldstandard — nur so lässt sich Ursache von Zufall trennen.Ein Feldexperiment, bei dem ein zufälliger Teil der Shop-Besucher ein Siegel sieht und der andere nicht.
Effektstärke (d, g)Wie groß der gemessene Unterschied ist. 0,2 = klein, 0,5 = mittel, 0,8 = groß.Werbepsychologie liegt fast immer zwischen 0,1 und 0,3 — also klein bis sehr klein.
Korrelation (r)Wie stark zwei Dinge zusammenhängen, von 0 (gar nicht) bis 1 (perfekt). Ein Zusammenhang ist keine Ursache.r = 0,09 zwischen Bewertungen und Absatz erklärt weniger als 1 % der Unterschiede.
Beta (β)Ein Vergleichsmaß für den Einfluss einer Größe. Je höher, desto stärker. Negativ heißt: wirkt in die Gegenrichtung.Prozentrabatt β = 0,570 gegen Eurobetrag β = 0,122 — der Prozentsatz wirkt also deutlich stärker.
p-Wert / signifikantWie wahrscheinlich es ist, dass das Ergebnis reiner Zufall war. Unter 0,05 gilt üblicherweise als belastbar, darüber nicht.p = 0,1126 für Countdown-Knappheit heißt: Das Ergebnis könnte gut Zufall sein — man kann sich nicht darauf berufen.
KonfidenzintervallDer Bereich, in dem der wahre Wert vermutlich liegt. Je enger, desto verlässlicher.„d = 0,278 [0,224; 0,321]" heißt: wahrscheinlich zwischen 0,22 und 0,32 — auf jeden Fall klein.
PublikationsbiasStudien mit Ergebnis werden veröffentlicht, Studien ohne verschwinden in der Schublade. Dadurch sieht die Forschungslage besser aus, als sie ist.Beim Social Proof schrumpfte der Effekt nach Korrektur von d = 0,14 auf praktisch null.
ErhebungsjahrDas Jahr, in dem die Daten entstanden sind — nicht das Jahr der Veröffentlichung.Eine 2025 veröffentlichte Studie kann Zahlen von 2019 enthalten. Deshalb steht in diesem Guide überall der Chip Erhebung JJJJ.
InteressenkonfliktDer Herausgeber verdient daran, dass das Ergebnis so ausfällt. Macht eine Studie nicht wertlos — man muss es nur wissen.Eine Verbandsstudie zur Wirkung von Werbeartikeln, bezahlt vom Werbeartikel-Verband.
Primär- / SekundärquellePrimär = die Untersuchung selbst. Sekundär = jemand berichtet darüber. Zahlen wandern über Sekundärquellen erstaunlich oft in falschen Kontext.In diesem Guide ist bei jeder Angabe vermerkt, welche der beiden es war.

Recht und Post

BegriffEinfach erklärtBeispiel
UWGGesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Regelt, was in der Werbung erlaubt ist und was nicht.§ 7 UWG verbietet Werbe-E-Mails ohne Einwilligung.
PAngVPreisangabenverordnung. Regelt, wie Preise ausgezeichnet werden müssen.§ 11 PAngV verlangt bei Rabatten den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage als Bezugsgröße.
30-Tage-RegelEin Prozentrabatt muss sich auf den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage beziehen — nicht auf den zuletzt verlangten.Wer zwei Wochen lang 60 € verlangt hat, darf nicht mit „−25 % statt 80 €" werben.
Berechtigtes InteresseEine Rechtsgrundlage der Datenschutz-Grundverordnung, die ohne Einwilligung auskommt — wenn eure Interessen die des Empfängers überwiegen.Deshalb ist Briefwerbung erlaubt, E-Mail-Werbung ohne Einwilligung aber nicht.
BestandskundenausnahmeDer einzige Fall, in dem Werbe-E-Mails ohne ausdrückliche Einwilligung erlaubt sind. Vier Bedingungen müssen alle erfüllt sein.Adresse beim Kauf selbst erhalten, Werbung für ähnliche Ware, kein Widerspruch, Abmeldehinweis in jeder Mail.
KopplungsverbotEine Einwilligung ist nur wirksam, wenn sie freiwillig ist. Sie an etwas anderes zu koppeln, ist heikel.Gewinnspielteilnahme nur mit Werbeeinwilligung ist nicht per se verboten — aber die werbenden Firmen müssen konkret genannt sein.
DialogpostDer Tarif der Deutschen Post für adressierte Werbesendungen. Deutlich günstiger als ein normaler Brief, dafür mit Mindestmenge.0,38 € statt Briefporto — ab 5.000 Stück, mit EASY-Tarif ab 500.
POSTWURFSPEZIALTeiladressierte Haushaltswerbung: ohne Namen, aber an ausgewählte Straßenzüge.Wird faktisch auch in Briefkästen mit „Keine Werbung"-Aufkleber zugestellt — die Rechtslage dazu ist ungeklärt.
EASY-TarifDer Kleinmengen-Tarif der Post für Sendungen unterhalb der regulären Mindestmenge. Kostet einen festen Aufschlag je Stück.Dialogpost EASY: +0,18 € je Stück, dafür schon ab 500 Sendungen. Rechner 4.
Eine Merkregel für alle Studienzahlen

Wenn euch jemand eine Zahl aus einer Studie nennt, fragt drei Dinge: Wer hat gemessen und verdient daran? Wann wurden die Daten erhoben? Wie viele Fälle waren es? Wenn eine dieser drei Antworten fehlt, ist die Zahl kein Argument — egal wie überzeugend sie klingt. Genau deshalb stehen sie in diesem Guide überall dabei.

✱

Cheatsheet

Alles, was man im Kopf haben sollte — mit Belegstufe.

Die sechs Rechner

Alle mit offengelegter Formel. Tragt eure eigenen Zahlen ein.

Rechner 1 · Sektion 01
Deckungs­beitrag
Was bleibt euch von einer Bestellung?
Rechner 2 · Sektion 01
Ziel-CPA
Was darf ein Neukunde kosten?
Rechner 3 · Sektion 04
Print-Aktion
Ab welcher Rücklaufquote geht sie auf?
Rechner 4 · Sektion 04
Portokosten
Dialogpost und Postwurf, Stand 2026
Rechner 5 · Sektion 06
Rabatt
Wie viel mehr müsst ihr verkaufen?
Rechner 6 · Sektion 08
Kampagnen-Check
Weitermachen, nachbessern oder stoppen?

Budget und Rechnung

Die Grenzen sind identisch mit dem Ads-Guide.

Low-Budget
bis 1.000 €
netto/Monat KI-Meinung
Mid-Budget
1.000–10.000 €
netto/Monat KI-Meinung
High-Budget
ab 10.000 €
netto/Monat KI-Meinung
Produktionszuschlag
+20–30 %
auf das Schaltbudget KI-Meinung

Saison

Eigene Berechnung aus amtlichen Monatsindizes, 2015–2019, Basis 2015 = 100.

Jahreshoch online
128,7
Dezember Fakt 2015–2019
Jahrestief online
85,9
Februar Fakt 2015–2019
Spreizung online
Faktor 1,50
stationär nur 1,32 Fakt
Nov + Dez
18,5 %
des Jahresumsatzes Studie 2025
Black Friday 2026 / 2027
27.11. / 26.11.
jeweils Freitag Fakt
Ostern 2026 / 2027
05.04. / 28.03.
zwei Wochen früher Fakt
Muttertag 2026 / 2027
10.05. / 09.05.
2. Sonntag im Mai Fakt
Retourenquote Pakete
24,2 %
Fashion ca. 40 % Studie 2020/21

Kanäle: Mindestbudget netto

Untergrenze für einen Test, der überhaupt ein interpretierbares Ergebnis liefern kann.

Newsletter
0–30 €/Mon.
CleverReach-Tarife Fakt
Eigene Paketbeilage
< 100 €
Druck je 1.000 Fakt
Affiliate
~50 €/Mon.
+ 3,5 % je Transaktion Fakt
Fremde Paketbeilage
1.500–2.000 €
20.000 Stück je Versender KI-Meinung
Dialogpost 1.000er-Test
900–1.500 €
inkl. Druck und Lettershop KI-Meinung
Gütesiegel
ab 119 €/Mon.
+ 99 € Setup, 12 Mon. Bindung Fakt
Radio lokal
2.500–3.500 €
inkl. Produktion ab 590 € KI-Meinung
DOOH
ab 5.000 €
Direkteinkauf: 50.000 € brutto Fakt

Porto und Druck

Netto, Stand 01.01.2026. Die Preise zum 01.01.2027 sind bereits veröffentlicht.

Dialogpost Standard
0,38 €
2027: 0,39 € Fakt
Dialogpost Mindestmenge
5.000
EASY ab 500 mit +0,18 € Fakt
Postwurf teiladressiert
0,18 €
Mindestmenge 20.000 Fakt
Saisonzuschlag
+0,01 €
01.09.–31.12. Fakt
Haushaltswerbung
76–170 €
je 1.000, Mindestauftrag 300 € Fakt
Flyer DIN A6 Druck
30–60 €
je 1.000 Studie
Flyer-Verteilung
59–75 €
je 1.000 bis 25 g Fakt
Zeitung mm-Preis
0,89–13,69 €
Regional bis Gesamtausgabe Fakt

Psychologie: die Zahlen, die stimmen

Und danach die, die nicht stimmen.

Frequenz-Maximum
ca. 10 Kontakte
Recall bis Kontakt 8 Studie 2015
Knappheit gesamt
d = 0,278
Countdown: n. s. Studie 2023
Bewertungen ↔ Absatz
r = 0,091
Volumen > Valenz Studie vor 2016
Gütesiegel
max. 2
mehr senkt die Conversion Studie vor 2015
Krummpreise
g = 0,13
Qualitätsnachteil: g = 0,00 Studie
Rabatt in Prozent
β = 0,570
in Euro nur 0,122 Studie 1980–99
Verlustaversion
λ ≈ 1,0
nicht robust Studie 2025
Generischer Social Proof
d = 0,01
nach Bias-Korrektur Studie 2024

Nicht verwenden

Zahlen und Regeln, für die es keinen Beleg gibt.

„7 Kontakte"
ohne Quelle
Evidenz sagt ca. 10
„8 Sekunden Goldfisch"
frei erfunden
steht nicht in der zitierten Studie
„95-5-Regel"
Heuristik
B2B, keine Messung
„3-Sekunden-Regel"
Abrechnung
Plattformkonvention
„5.000 Werbekontakte"
misst anderes
echte Werbekontakte: 362
„Farbe +80 % Erkennung"
ohne Quelle
keine Metaanalyse existiert
„100 € / 10.000 Follower"
keine Erhebung
gilt für alle Creator-Preistabellen
Werbeartikel „70 % Recall"
Verbandsstudie
Erhebungsjahr unbekannt
§

Quellen, Altersprüfung, Methodik, Prüfvermerk

Jede Zahl im Guide ist hier belegt — inklusive der Stellen, an denen wir nichts gefunden haben.

Wie ihr diese Liste lestZu jeder Quelle steht, wer sie herausgegeben hat, wann die Daten entstanden sind und wie viele Fälle darin stecken. Fehlt eine der drei Angaben, steht das ausdrücklich dabei.
Kursive HinweiseAlles kursiv Gesetzte ist ein Vorbehalt von uns — meistens ein Interessenkonflikt des Herausgebers oder der Hinweis, dass wir nur einen Bericht über die Studie lesen konnten und nicht die Studie selbst.
Was das nütztIhr könnt jede Zahl aus diesem Guide bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgen — oder erkennen, dass sie sich nicht zurückverfolgen lässt. Beides ist wertvoll.
Amtliche Statistik und Marktzahlen
  • Statistisches Bundesamt (Destatis) — Monatsindizes Versand- und Internet-Einzelhandel (WZ08-47.91) sowie Einzelhandel in Verkaufsräumen, preisbereinigt, bewusst nicht kalender- und saisonbereinigt, Basis 2015 = 100, Reihe Januar 2010 bis September 2020. Grundlage der Saisonkurve in Sektion 06. Erhebung auskunftspflichtig nach HdlDlStatG, Berichtskreis Einzelhandel ca. 5 % von rund 377.000 rechtlichen Einheiten, Meldeschwelle 450.000 € Jahresumsatz.
  • Destatis — Einzelhandelsumsatz 2025 (PM Nr. 038, Februar 2026) und Juli 2026 (PM Nr. 312). Hinweis des Amtes: Das Plus von 10,1 % im Internet- und Versandhandel 2025 enthält einen Sondereffekt durch die Umstrukturierung eines großen Unternehmens und ist nicht als organisches Marktwachstum lesbar.
  • ZAW-Jahrbuch 2026, Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft — Netto-Werbeeinnahmen 27,88 Mrd. €, Online-Anteil 56,6 %, Erhebungsjahr 2025. Absolute Werte je Mediengattung nur in der kostenpflichtigen Publikation.
  • bevh, Studie „Interaktiver Handel in Deutschland" — 83,1 Mrd. € Warenumsatz 2025, wöchentliche Befragung von über 40.000 Personen ab 14 Jahren, durchgeführt von BEYONDATA GmbH. Branchenverband der Onlinehändler.
  • HDE Online-Monitor 2026, durchgeführt vom IFH Köln — 92,3 Mrd. € Onlineumsatz 2025. Handelsverband. Die Abweichung zu bevh erklärt sich aus unterschiedlichen Abgrenzungen und Methoden; die Zahlen sind nicht vergleichbar und nicht addierbar.
  • HDE, Weihnachtsgeschäft-Prognose vom 05.11.2025 — 126,2 Mrd. € für November und Dezember, davon online 22,2 Mrd. €, entspricht 18,5 % des Jahresumsatzes. Befragung von 300 Handelsunternehmen plus über 2.000 Verbrauchern durch das Handelsblatt Research Institute.
  • HDE/IFH Köln, Black Friday und Cyber Monday 2025 — 5,8 Mrd. € Prognose, −2 %, erstmals rückläufig seit Erhebungsbeginn 2016. Umfrage unter über 1.000 Online-Shoppern, Oktober 2025.
  • idealo, Preisanalyse Black Friday 2025 — 7 % durchschnittliche Ersparnis, 73 % der Produkte günstiger als im Oktober, keine systematischen Preiserhöhungen vor dem Aktionstag. Preisvergleichsportal; einzige gefundene Quelle mit echten Preisdaten statt Befragung.
  • EHI Retail Institute — rund 19 % des Einzelhandelsumsatzes in November und Dezember; Branchenspreizung Spielwaren 24,8 %, Buchhandel 23,7 %, Uhren und Schmuck 23,5 %. Bezugszahlen aus dem Kontext 2022/23.
  • Sensormatic Solutions, Christmas Shopper Sentiment Survey 2025 — Rangfolge der frequenzstärksten Handelstage; stärkster Tag ist der letzte Adventssamstag. Misst Ladenfrequenz, nicht Onlineumsatz; Anbieter von Frequenzmesstechnik.
  • Forschungsgruppe Retourenmanagement, Universität Bamberg (Prof. Dr. Björn Asdecker) — 24,2 % paketbezogene Retourenquote, ca. 530 Mio. Retourenpakete 2024, Prognose 550 Mio. für 2025. Primärerhebung „European Return-O-Meter" 2020/2021 mit 411 Onlinehändlern. Die Forschungsgruppe finanziert sich aus dem Lehrstuhlbudget und nimmt keine Auftragsstudien an.
  • bevh-Retourenkompendium, 2. Auflage — Kategoriequoten. Zugrunde liegende Quellen laut Dokument: EHI 2019 und Asdecker-Erhebungen 2018–2022.
Werbepsychologie — Metaanalysen und Primärstudien
  • Montoya, R. M., Horton, R. S., Vevea, J. L., Citkowicz, M., & Lauber, E. A. (2017). A re-examination of the mere exposure effect. Psychological Bulletin, 143(5), 459–498. 268 Kurvenschätzungen aus 81 Artikeln; umgekehrt U-förmiger Verlauf. Abstract im Wortlaut geprüft.
  • Schmidt, S., & Eisend, M. (2015). Advertising Repetition: A Meta-Analysis on Effective Frequency in Advertising. Journal of Advertising, 44(4), 415–428. Einstellungsmaximum bei ca. zehn Kontakten, Recall flacht nicht vor Kontakt acht ab. Studienzahl im Abstract nicht genannt; Volltext nicht zugänglich. Keine neuere Metaanalyse zu effektiver Frequenz gefunden.
  • Ladeira, W. J., Lim, W. M., de Oliveira Santini, F., Rasul, T., Perin, M. G., & Altinay, L. (2023). A meta-analysis on the effects of product scarcity. Psychology & Marketing, 40(7), 1267–1279. 37 Studien, 335 Effektstärken, Gesamteffekt 0,2776 [0,2243; 0,3209], I² = 68 %. „Urgency scarcity" als Moderator nicht signifikant (p = 0,1126). Eine publikationsbias-korrigierte Schätzung wird nicht berichtet.
  • Papakonstantinou, T., Flecke, S. L., Edmunds, C. E. R., Cross, R., Tran, A., & Gold, N. (2025). A systematic review and meta-analysis of the effectiveness of social norms messaging approaches for improving health behaviours in developed countries. Nature Human Behaviour, 9(12), 2632–2650. 89 RCTs, n = 85.759; d = 0,14 roh, nach Bias-Korrektur d = 0,01 und nicht signifikant. Literatursuchen Mai 2021, Juni 2022, April 2024. Domäne Gesundheitsverhalten — nicht auf Shop-Bewertungen übertragbar.
  • Babić Rosario, A., Sotgiu, F., De Valck, K., & Bijmolt, T. H. A. (2016). The Effect of Electronic Word of Mouth on Sales. Journal of Marketing Research, 53(3), 297–318. 1.532 Effektstärken aus 96 Studien, 40 Plattformen, 26 Kategorien; r = 0,091; Volumen wirkt stärker als Valenz.
  • Özpolat, K., & Jank, W. (2015). Getting the most out of third party trust seals. Decision Support Systems, 73, 47–56. Randomisiertes Feldexperiment, 288.169 Transaktionen bei 493 Händlern. Mehr als zwei Siegel senken die Kaufabschlusswahrscheinlichkeit. US-Daten.
  • Troll, E. S., Frankenbach, J., Friese, M., & Loschelder, D. D. (2024). A meta-analysis on the effects of just-below versus round prices. Journal of Consumer Psychology, 34(2), 299–325. Präregistriert; k = 69, m = 362, N = 40.541. g = 0,13 Kaufentscheidung, g = 0,28 Preisimage, g = 0,00 wahrgenommene Qualität. Bias-Korrekturen legen noch kleinere Effekte nahe.
  • Krishna, A., Briesch, R., Lehmann, D. R., & Yuan, H. (2002). A meta-analysis of the impact of price presentation on perceived savings. Journal of Retailing. 20 Artikel, 30 Studien, 345 Beobachtungen, Primärstudien 1980–1999. Prozentrabatt β = 0,570, Eurobetrag β = 0,122, UVP ohne signifikanten Vorteil, „bis zu X %" β = −0,243.
  • Brown, A. L., Imai, T., Vieider, F. M., & Camerer, C. F. (2024). Meta-analysis of Empirical Estimates of Loss Aversion. Journal of Economic Literature, 62(2), 485–516. 607 Schätzungen aus 150 Artikeln, λ = 1,955 [1,820; 2,102], Berichtsjahre 1992–2017.
  • Yechiam, E., & Zeif, D. (2025). Loss aversion is not robust: A re-meta-analysis. Journal of Economic Psychology. 84 Papers, 163 Schätzungen, 149.218 Teilnehmende. Bei symmetrischen Beträgen ohne Ordnungseffekt λ = 1,07 (nicht signifikant über 1,0), nach Trim-and-Fill λ = 0,94. Kippt die Standardinterpretation.
  • Shampanier, K., Mazar, N., & Ariely, D. (2007). Zero as a Special Price. Marketing Science, 26(6), 742–757. Sechs Experimente; Nachfrage stieg bei Preissenkung auf null von ca. 14 % auf ca. 50 % bei identischer Preisdifferenz. Studierenden- und Passantenstichproben.
  • Lewis, M., Singh, V., & Fay, S. (2006). An Empirical Study of the Impact of Nonlinear Shipping and Handling Fees. Marketing Science, 25(1), 51–64. Versandkostenschwellen sehr wirksam für Zusatzumsatz — und im untersuchten Fall unprofitabel für den Händler. Händler, Stichprobe und Erhebungszeitraum im Abstract nicht offengelegt.
  • Palcu, J., Sudkamp, J., & Florack, A. (2017). Judgments at Gaze Value. Frontiers in Psychology, 8:881. N = 137; Blickrichtung zum Produkt OR = 4,117; Animation senkt die Kaufabsicht.
  • Mercer, A., Caporaso, A., Cantor, D., & Townsend, R. (2015). How Much Gets You How Much? Public Opinion Quarterly, 79(1), 105–129. Vorab gewährte Anreize wirken, versprochene nicht.
  • O'Keefe, D. J., & Hale, S. L. (1998). The door-in-the-face influence strategy. Annals of the International Communication Association, 21(1), 1–33. 88 Fälle, N = 7.780, r = 0,097; unter suboptimalen Bedingungen r = 0,039 und nicht signifikant.
  • Burger, J. M. (1999). The Foot-in-the-Door Compliance Procedure. Personality and Social Psychology Review, 3(4), 303–325. Relativierende Übersichtsarbeit, sechs konkurrierende Prozesse.
  • Ehrenberg, A. S. C., Goodhardt, G. J., & Barwise, T. P. (1990). Double Jeopardy Revisited. Journal of Marketing, 54(3), 82–91.
  • Vaughan, K., Corsi, A. M., Beal, V., & Sharp, B. (2021). Measuring advertising's effect on mental availability. International Journal of Market Research, 63(5). 8 Marken, 6 Kategorien, Australien und UK, Erhebung 2012–2015. Querschnittsdaten, keine Kausalidentifikation.
  • Binet, L., & Field, P. (2013). The Long and the Short of It. IPA, London. 996 IPA-Databank-Fälle, Einreichungsjahre 1980–2010; Fortschreibung 2018 mit 62:38. Keine Zufallsstichprobe — Award-Einreichungen, Selektions- und Überlebensverzerrung, UK-lastig. Nur über Sekundärquellen belegt.
  • Advertising Research Foundation, Attention Measurement Validation Initiative, Phase 2 Report, 2. Auflage, Juni 2024. 32 Werbemittel, 12 Anbieter; gegensätzliche Bewertungen desselben Werbemittels. Über Fachpresse gelesen, nicht im Original-PDF.
  • Baymard Institute — Warenkorbabbruch 70,22 %, ausdrücklich berechnet als Mittelwert aus 50 Studien der Publikationsjahre 2006 bis 2025, also kein aktueller Messwert. Abbruchgründe aus einer Befragung US-amerikanischer Onlineshopper; Stichprobe und Feldzeitraum werden auf den öffentlichen Seiten nicht ausgewiesen. Kommerzieller Anbieter.
Kanäle, Preise und Reichweiten
  • Inxmail GmbH, E-Mail-Marketing-Benchmark 2026 — Öffnungsrate 24,1 %, Klickrate 3,3 %, CTOR 14,8 %. Erhebungszeitraum 01.01.–31.12.2025, 4 Mrd. Mails aus 342.400 Mailings von 1.022 Versendern. E-Mail-Dienstleister; Datenbasis ausschließlich eigene Kunden. Dazu Inxmail zu Apple Mail Privacy Protection (09.01.2026) — ohne Quantifizierung des Effekts.
  • CleverReach GmbH & Co. KG, Preisliste Stand 24.08.2026, netto — Lite 0 €, Basic ab 15 €/Monat, Pro ab 18 €/Monat, keine Setup-Gebühren.
  • Deutsche Post AG — Preisblatt POSTWURFSPEZIAL, Stand 01.01.2026, netto; Dialogpost, Stand 01.01.2026, netto; Preisanpassung 2027 für Print-Mailings. Mindestmengen, EASY-Varianten, Saisonzuschlag, Matrixcode-Pflicht seit 01.01.2026.
  • Deutsche Post, POSTAKTUELL-Preise Stand 01.01.2026 — nur über Sekundärquelle (lettershop-druck.de) belegt; das amtliche Preisblatt war nicht erreichbar.
  • HORIZONT, 03.07.2023 — Einstellung von „Einkauf aktuell", letzte Ausgabe 30.03.2024.
  • Verbraucherzentrale, Stand 21.04.2026 — Rechtslage zum „Keine Werbung"-Aufkleber bei unadressierter, teiladressierter und adressierter Werbung.
  • agma / BDZV — ma 2025 und ma 2026 Tageszeitungen: Tagesreichweite Print 47,7 % → 45,2 % → 43,5 %; Stichprobe ma 2025: 131.698 Personen ab 14 Jahren. Die Aufbereitung der ma 2026 stammt vom Verlegerverband.
  • Badische Neueste Nachrichten, Preisliste Nr. 78, gültig ab 01.01.2026 — 13,69 €/mm Gesamtausgabe, 0,89–5,12 €/mm Regionalausgaben, Satzspiegel 3.360 mm. BCN Brand Community Network, Preisliste NRW-Zeitungen 2026 — 15 % pauschaler Direktkundenrabatt.
  • BVDA, Daten & Fakten, Stand März 2026 — 654 Titel, 42 Mio. Exemplare pro Woche (Vorjahr 45 Mio.), Netto-Werbeumsatz 1,157 Mrd. €, 55 % davon aus Prospektbeilagen. Branchenverband; Auflagen sind Verlagsmeldungen ohne unabhängige Prüfung. Nur über Sekundärberichte belegt.
  • Hansen Werbung GmbH & Co. KG, Preisliste 2026 für Amts- und Mitteilungsblätter, netto — 1/1 Seite 300 €, 1/4 Seite 94 €, Ortsansässigentarif rund 30 % günstiger, Auflagen 1.350–5.500 Haushalte.
  • BGH, Urteil vom 20.12.2018 — I ZR 112/17 („Crailsheimer Stadtblatt II") zur Staatsferne der Presse bei kommunalen Amtsblättern. Über Sekundärquellen belegt.
  • Insert Optimizer — Paketbeilagen-TKP 50–60 € je 1.000, Mindestauflage 20.000 je Versender. Vermarkter von Paketbeilagen; Anbieterempfehlung, keine Markterhebung. Kein Veröffentlichungsdatum auffindbar.
  • VRD-Haushaltwerbung, Stand 20.01.2026, netto — Flyerverteilung 59–75 € je 1.000 bis 25 g, Budgetvariante ab 35 €. Regional (Hamburg). md-werbung.de — Flyer-Druckkosten nach Format. Agenturratgeber, keine Druckerei-Preisliste.
  • GWW/IFH Köln, Werbeartikel-Monitor 2025 — 3,33 Mrd. € Branchenumsatz, Erhebungsjahr 2024, 247 befragte Unternehmen. Oxford Economics/PPAI — 12,4 Mrd. € für die gesamte Wertschöpfungskette. Beide von Branchenverbänden beauftragt; die Zahlen messen Unterschiedliches und sind nicht vergleichbar.
  • GWW Werbeartikel-Wirkungsstudie, durchgeführt von september Strategie & Forschung, zuletzt berichtet 2019 — 70 % Markenerinnerung gegenüber 28 % bei TV u. a. Erhebungsjahr, Stichprobe und Methodik werden in keiner zugänglichen Quelle genannt; Auftraggeber ist der Branchenverband. In diesem Guide nicht als Wirkungsbeleg verwendet.
  • AUMA — Kennzahlen 2025: 304 Messen, 191.990 ausstellende Unternehmen, 12,75 Mio. Besucher, 6,91 Mio. m². Aussteller-Ausblick 2026/2027: Erhebung Oktober/November 2025, 404 Unternehmen, CATI durch Bonsai Research GmbH. Verband der Messewirtschaft; Feldarbeit durch unabhängiges Institut mit offengelegter Methodik. Kostenkennziffern je m² veröffentlicht der Verband nicht.
  • Ströer Media Solutions, Preisliste OOH Audience based 2026, Stand 25.11.2025 — Bruttopreise: TKP 4,60 € CLP, 5,10 € Großfläche, 6,20 € Mega-Light; Mindestvolumen 50.000 € brutto je Deal-ID. Dazu Fristenliste Großfläche/Ganzsäule 2026: 34 Dekaden, Anlieferung mindestens 10 Arbeitstage vor Aushangbeginn. crossvertise GmbH — DOOH-Mindestbudgetempfehlung und Spotproduktionskosten; Buchungsplattform, kein Veröffentlichungsdatum.
  • agma, ma 2026 Audio I — Tagesreichweite ca. 74,5 %, Hördauer ca. 250 Minuten. Nur über Sekundärquelle belegt; Stichprobe nicht ausgewiesen. audio media service (ams), MEDIA-FACTS 2026, netto — Spotpreise NRW-Lokalfunk, Kombirabatt 24 %, Spotproduktion ab 590 €.
  • OMR Reviews, 08.05.2026 — Influencer-TKP nach Format. Keine Methodik, keine Stichprobe, keine Datenquelle ausgewiesen. Bezeichnet die „100 € je 10.000 Follower"-Regel ausdrücklich als überholt.
  • Awin — Netzwerkkonditionen; nur die US-Seite mit USD-Preisen ist öffentlich. Deutsche Konditionen nicht öffentlich. Trusted Shops, Preise Stand Juni 2026 — nur über Sekundärquelle belegt, die offizielle Preisliste war nicht erreichbar (404).
  • findasponsor.de — Preisspannen für Bandenwerbung nach Liga. Sponsoring-Vermittlungsplattform; Plattformangaben, keine Markterhebung, kein exaktes Veröffentlichungsdatum.
  • csignity.com — TV- und Addressable-TV-Kostenspannen. Agenturseite ohne Methodik, ohne Quellenangabe, ohne Stichprobe. Schwächste Quelle dieses Guides; die Werte sind ausdrücklich als KI-Meinung gekennzeichnet.
Recht
  • UWG — § 5 (Irreführung), § 5a Abs. 4 (kommerzieller Zweck), § 5b Abs. 3 (Echtheit von Bewertungen), § 7 (unzumutbare Belästigung), § 7a (Dokumentation), § 20 (Bußgeld bis 300.000 €), Anhang Nr. 23c (gefälschte Bewertungen), Nr. 28 (Kaufappell an Kinder).
  • Drittes Gesetz zur Änderung des UWG vom 12.02.2026, BGBl. 2026 I Nr. 43 — Umsetzung der EmpCo-Richtlinie (EU) 2024/825. Inkrafttreten 27.09.2026. Neue Definitionen in § 2 Abs. 2 UWG, erweiterter § 5, neuer § 5b Abs. 3a, neue Per-se-Verbote im Anhang (Nr. 2a, 4a, 4b, 4c, 10a, 23d).
  • PAngV — § 3 (Gesamtpreis), § 4 (Grundpreis), § 6 Abs. 1 (Umsatzsteuer und Versandkosten), § 11 (30-Tage-Bestpreis bei Preisermäßigungen).
  • EuGH, Urteil vom 26.09.2024 — C-330/23 (Aldi Süd): Der 30-Tage-Bestpreis ist Berechnungsgrundlage der beworbenen Ermäßigung, nicht bloß eine Zusatzangabe.
  • BGH, Urteil vom 27.06.2024 — I ZR 98/23 („klimaneutral"): gesteigerte Aufklärungspflicht bei mehrdeutigen Umweltbegriffen; Erläuterung muss in der Werbung selbst stehen.
  • BGH, Urteil vom 15.04.2021 — I ZR 134/20: Fundstellenangabe bei Testsiegeln auch auf abgebildeten Produktverpackungen.
  • BGH, Urteile vom 09.09.2021 — I ZR 90/20, I ZR 125/20, I ZR 126/20: Kennzeichnungspflicht für Influencer bei Gegenleistung.
  • BGH, Urteil vom 10.02.2011 — I ZR 164/09: Double-Opt-in als Nachweis für E-Mail-Werbung, nicht für Telefonwerbung.
  • BGH, Urteil vom 20.12.1988 — VI ZR 182/88 und BGH, Urteil vom 16.05.2012 — I ZR 158/11: Reichweite des „Keine Werbung"-Aufklebers.
  • BVerwG, Urteil vom 29.01.2025 — 6 C 3.23: Maßstab der mutmaßlichen Einwilligung bei B2B-Telefonwerbung; die Wertungen des § 7 UWG fließen in die Abwägung nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO ein.
  • EuGH, Urteil vom 13.11.2025 — C-654/23: Die Bestandskundenausnahme ist lex specialis; sind ihre Voraussetzungen erfüllt, bedarf es keiner zusätzlichen DSGVO-Rechtsgrundlage.
  • OLG Stuttgart, Urteil vom 02.02.2024 — 2 U 63/22: Postalische Werbung auf Basis des berechtigten Interesses, auch ohne bestehende Kundenbeziehung.
  • OLG Frankfurt a. M., Urteil vom 27.06.2019 — 6 U 6/19 (Kopplung Gewinnspiel/Werbeeinwilligung) und Urteil vom 20.08.2020 — 6 U 270/19 (Bewertung gegen Gewinnspielteilnahme).
  • DSGVO Art. 6 Abs. 1 lit. a und f, Art. 7, Art. 13/14, Art. 21 Abs. 2–4. TDDDG § 25. DDG § 6 Abs. 1 Nr. 4. GlüStV § 3 Abs. 1. EStG § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 1, § 4 Abs. 7, § 37b.
  • DSK, Orientierungshilfe zur Direktwerbung, aktuellste Fassung 18.02.2022; DSK, Orientierungshilfe für Anbieter digitaler Dienste, November 2024.
  • Wettbewerbszentrale, Leitfaden zur Werbekennzeichnung, Stand 27.08.2024.
  • Nur über Fachpresse und Kanzleiquellen belegt, Volltexte nicht geprüft: BGH 09.10.2025 — I ZR 183/24 (Lesbarkeit des 30-Tage-Referenzpreises); OLG Düsseldorf 18.12.2025 — I-20 U 43/25 (Prozentangaben neben UVP); OLG Köln 6 U 92/25 (UVP-Werbung als Preisermäßigung, Revision beim BGH anhängig, Datum in den Quellen widersprüchlich); LG Karlsruhe 11.12.2025 — 14 O 41/25 KfH und LG Düsseldorf 03.02.2026 — 38 O 9/26 (Zeitpunkt des Bewertungs-Echtheitshinweises); BGH 28.01.2025 — VI ZR 109/23 (kein pauschaler Schadensersatz bei Spam); BVerfG 24.04.2025 — 1 BvR 1223/22 (Influencer-Kennzeichnung).
Kalenderdaten
  • Alle beweglichen Termine in Sektion 06 sind gerechnet, nicht abgeschrieben: Ostern nach dem Gauß-/Meeus-Algorithmus, davon abgeleitet Rosenmontag (−48 Tage), Karfreitag (−2), Ostermontag (+1), Christi Himmelfahrt (+39), Pfingsten (+49/+50), Fronleichnam (+60). Black Friday = Freitag nach dem vierten Donnerstag im November. 1. Advent = vierter Sonntag vor dem 25.12. Muttertag = zweiter Sonntag im Mai. Weltspartag = letzter Bankarbeitstag im Oktober. Oktoberfest = Samstag zwischen dem 16. und 22.09. bis zum ersten Sonntag im Oktober. Der Wochentag steht jeweils dabei und ist damit nachprüfbar. Fakt
  • Kultusministerkonferenz — Ferienregelung; Sommerferien 2027 über einen Ferienkalender belegt. Für verbindliche Planung bei der KMK gegenprüfen.
  • Amazon — Prime Deal Days 06.–07.10.2026 offiziell bestätigt. Termine 2027 sind zum Redaktionsschluss nicht angekündigt; die genannten Fenster sind Musterprognosen aus den Jahren 2022–2026. KI-Meinung
  • Händlerbund / Onlinehändler News — Versandfristen Weihnachten 2025 für DHL, DPD, GLS und Hermes. Sekundärquelle; die Carrier-Primärmeldungen wurden nicht eingesehen. Die Werte für 2026 und 2027 im Guide sind Ableitungen aus dem Vorjahresmuster, keine Bekanntmachungen.

Altersprüfung nach der Vier-Jahres-Regel

Alle Zahlen mit Erhebung vor September 2022, geprüft und eingeordnet.

ZahlErhebungErgebnis der Prüfung
Saisonkurve Online-Einzelhandel2015–2019Weiterhin aktuellste frei verfügbare Reihe. Die Fortschreibung erfordert einen Datenbankzugang; zusätzlich Basisjahr- und Klassifikationsbruch im Mai 2026. Bleibt mit ausdrücklichem Vorbehalt.
Frequenz-Metaanalyse2015Weiterhin aktuellste. Gezielt nach Neuerem gesucht, nichts gefunden. Stabiler Messgegenstand, aber: misst Laborkontakte, nicht Digitalfrequenz — Übertragung auf Frequenzkappungen ist Interpolation, kein Befund.
Mere-Exposure-Metaanalysebis ca. 2015Weiterhin aktuellste; ersetzt die ältere Metaanalyse von 1989, die nur noch historisch erwähnt wird. Kognitiver Grundmechanismus, Alter unkritisch.
eWOM / Bewertungenvor 2016Weiterhin aktuellste, aber Strukturbruch wahrscheinlich: Bewertungsinflation, verifizierte Käufe, Ranking-Algorithmen und Fake-Erkennung haben sich stark verändert.
Gütesiegel-Feldexperimentvor 2015Weiterhin aktuellste randomisierte Studie dieser Größenordnung. Siegel-Landschaft und Erwartungen haben sich verändert; US-Daten.
Referenzpreis-Metaanalyse1980–1999Teilweise überholt. Preisvergleichsportale und § 11 PAngV haben die Wirkung von Streichpreisen rechtlich und psychologisch verändert. Eine Metaanalyse nach Inkrafttreten der 30-Tage-Regel existiert nicht. Bleibt mit Vorbehalt.
Verlustaversion1992–2017Ersetzt durch die Reanalyse von 2025, die denselben Datenbestand neu auswertet und die Standardinterpretation kippt. Nur die Reanalyse wird im Guide verwendet.
Nullpreis-Effektvor 2007Weiterhin aktuellste für den Mechanismus; basaler Bewertungseffekt, Alter vertretbar. Kleine Stichproben, US-Studierende — Übertragung auf „Versandkostenfrei" ausdrücklich als Analogie gekennzeichnet.
Versandkosten-Studievor 2006Strukturbruch. Seit Amazon Prime hat sich die Erwartungshaltung grundlegend geändert. Die Profitabilitätsrechnung ist nicht übertragbar — die Warnung vor unprofitablen Freischwellen bleibt.
Blickführung / Gaze Cueingvor 2017Weiterhin aktuellste für den Wahrnehmungsmechanismus; Bannerkontext-Übertragung mit Vorbehalt. Labor, N = 137 — keine Grundlage für Conversion-Versprechen.
Foot-in-the-Door / Door-in-the-Facebis 1997Neuere Arbeiten existieren, waren aber wegen Verlagssperren nicht im Volltext prüfbar. Bleibt mit dem Hinweis auf den kleinen und bedingungsabhängigen Effekt.
Mentale Verfügbarkeit2012–2015Strukturbruch plausibel: Der Mediamix von 2012–2015 bildet weder Social Video noch Retail Media ab. Nur als Denkwerkzeug geführt.
60/40-Regel (IPA)1980–2010Teilweise überholt — Prä-Social-Media-Ökonomie. Gleichzeitig existiert keine vergleichbare unabhängige Datenbank. Bleibt mit ausführlichem Methodenvorbehalt, ausdrücklich nicht als Planungsgröße für kleine Shops.
Excess Share of Voicevor 1990Nicht mehr verwendbar als Planungsregel. Klarer Strukturbruch, Kritik aus dem eigenen Lager, und zu keiner Quelle ist eine Varianzaufklärung berichtet. Im Guide nur noch als Warnung geführt.
Retouren-Primärerhebung2020–2021Weiterhin aktuellste mit dieser methodischen Tiefe; die Jahreszahlen extrapolieren auf ihrer Basis. Kategoriequoten aus 2018–2022 bleiben nur als Orientierung, mit sichtbarer Altersangabe.
Werbeartikel-Wirkungszahlenunbekannt, vor 2019Nicht verwendbar. Erhebungsjahr, Stichprobe und Methodik in keiner zugänglichen Quelle genannt; Auftraggeber ist die Branche; der Vergleich mit TV-Recall ist methodisch schief. Im Guide nur als Beispiel für interessengeleitete Zahlen erwähnt.
„5.000 Werbekontakte"-Gegenrechnung2014Nicht mehr verwendbar als Niveauangabe — Smartphone-Nutzung und Social Feeds haben die Kontaktzahlen verändert. Der Guide nennt deshalb gar keine Tageskontaktzahl.
Kommunale Amtsblätter (BGH 2018)2018Geltende höchstrichterliche Rechtsprechung, nicht aufgehoben. Bei Recht ist „alt" kein Mangel, solange die Entscheidung Bestand hat.
Belegstatus — alle KI-Meinungen dieses Guides an einer Stelle

Diese Angaben sind Einschätzungen ohne eigenen Beleg. Sie sind begründet, aber nicht gemessen. Wer sie im Kundenprojekt verwendet, sollte sie als das kennzeichnen, was sie sind:

Budget und Rechnung: die drei Budgetgrenzen · der Produktionszuschlag von 20–30 % · die Aussage, dass die Wiederkaufrate der stärkste Hebel im Werbebudget ist · die Spanne 900–1.500 € für einen Dialogpost-Test · die realistischen Mindestbudgets für Radio (2.500–3.500 €) und TV.

Kanäle: die gesamte Spalte „Eignung Onlineshop" · die gesamte Entscheidungstabelle in Sektion 05 · die Reihenfolge des Kanalaufbaus · die Paketbeilagen-TKP (Vermarkterangabe) · DOOH-Mindestbudget und Spotproduktionskosten · alle TV- und Addressable-TV-Kosten · die Bandenwerbungspreise · die Einschätzung, dass 60–90 % der Wirkung unadressierter Werbung unsichtbar bleibt.

Psychologie: die Übersetzungsspalte „was das im Shop heißt" bei den Effektstärken · die Übertragung des Reziprozitätsbefunds auf Paketbeilagen · die Einordnung, dass Valentinstag außerhalb der Geschenkkategorien Folklore ist.

Termine: die Annahme, dass die Grundform der Saisonkurve trotz der Pandemiejahre gilt · die Näherung für Einschulungstermine 2027 · die abgeleiteten Versandfristen 2026 und 2027 · die Prognosefenster für Prime Day 2027 · die Einschätzung zu Winter- und Sommerschlussverkauf · die Empfehlung, bei Low-Budget nur zwei bis drei Termine zu fahren · die Empfehlung, bei Black Friday nicht in den Prozentwettbewerb einzusteigen · die Aussage, dass eine Erinnerungsmail an eine bestehende Liste die meisten bezahlten Anzeigen im Kosten-Nutzen-Verhältnis schlägt.

Alles andere in diesem Guide trägt Fakt oder Studie und ist oben belegt.

Was wir nicht belegen konnten

  • Response-Raten für adressierte und unadressierte Werbesendungen in Deutschland. Keine unabhängige Erhebung gefunden; der einschlägige Branchenmonitor wird vom Anbieter des Kanals beauftragt und enthält öffentlich keine Response-Zahlen. Dasselbe gilt für Paketbeilagen.
  • Qualität von über Gewinnspiele gewonnenen Adressen. Keine unabhängige deutsche Studie zu Abmelderaten, Kaufquoten oder Lifetime Value im Vergleich zu organisch gewonnenen Abonnenten.
  • Durchschnittliche Messekosten je Quadratmeter. Der Verband veröffentlicht keine Kostenkennziffern. Kursierende Spannen wurden bewusst nicht übernommen.
  • Klassische Plakat-Dekadenpreise je Stelle sowie Tausend-Kontakt-Preise für Radio, TV und Addressable TV. Nicht öffentlich.
  • Branchenübliche Affiliate-Provisionssätze im deutschen E-Commerce und die deutschen Netzwerkkonditionen.
  • Creator-Honorare nach Followerzahl mit offengelegter Methodik. Existiert nach unserer Recherche nicht.
  • Quantifizierung des Apple-MPP-Effekts auf deutsche Öffnungsraten; Abmelde- und Bounce-Raten im deutschen E-Mail-Marketing.
  • Monatsaufgelöste Retourendaten. Die Januarwelle ist rechnerisch zwingend, aber nicht gemessen.
  • Kausale Studie zur Black-Friday-Kannibalisierung und eine unabhängige Zeitreihe zur Margenentwicklung an diesem Termin.
  • Zustellquoten privater Prospektverteiler im Vergleich zur Deutschen Post.
  • Metaanalytische Evidenz zu Autorität, Sympathie und Einheit als Überzeugungsprinzipien; peer-reviewte Validierung von Category Entry Points und Distinctive Brand Assets.
  • Eine Metaanalyse zu Streichpreisen nach Inkrafttreten der 30-Tage-Regel. Für den deutschen Markt die relevanteste offene Lücke.
  • Einschulungstermine 2027 für vierzehn der sechzehn Bundesländer; Amazon-Termine 2027; offizielle Weihnachts-Versandfristen 2026 und 2027.
  • Deutschsprachige Primärstudien zur Werbepsychologie mit vergleichbarer methodischer Qualität. Wir haben keine einzige gefunden.
Methodik. Recherche und Erstellung erfolgten mit KI-Unterstützung (Claude, Anthropic) und anschließender redaktioneller Prüfung durch die brain at work GmbH. Die Belegarbeit folgt drei sichtbaren Stufen — Fakt, Studie, KI-Meinung — plus einem Erhebungsjahr-Chip an jeder Zahl aus einer Erhebung. Zahlen mit einer Erhebung vor September 2022 wurden einzeln nachrecherchiert; das vollständige Ergebnis steht in der Altersprüftabelle oben. Zur Lesetiefe: Bei den zitierten Metaanalysen wurden überwiegend die Original-Abstracts im Wortlaut geprüft, in mehreren Fällen zusätzlich Volltext-PDFs; Verlagsseiten mit automatisierten Abrufsperren (Taylor & Francis, APA PsycNET, Wiley teilweise, INFORMS) waren nicht zugänglich — die betroffenen Stellen sind oben benannt. Kalenderdaten wurden algorithmisch berechnet und mit Wochentag ausgewiesen, damit sie nachprüfbar sind. Preise wurden am 21.09.2026 abgerufen; sie sind der volatilste Teil dieses Guides und gehören vor jeder Verwendung beim Anbieter gegengeprüft. Versionierung: Bei jeder inhaltlichen Änderung werden Versionsnummer und Datum an vier Stellen synchron aktualisiert — im maschinenlesbaren Anweisungsblock im Dateikopf, im Masthead, in der Hero-Metazeile und im Footer.
brain at work – Logo ✓ Geprüft & freigegeben

Dieser Werbe-Guide wurde inhaltlich geprüft und für die Weitergabe freigegeben durch die brain at work GmbH. Für die Übertragung auf ein konkretes Projekt — Kanalauswahl, Jahresplan, Budgetverteilung und Messkonzept — stehen wir gern zur Verfügung. Die zwölf Angaben, die wir dafür brauchen, stehen in Sektion 08.